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Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Auf dem Weg zu strengeren europäischen Vorschriften

EZA ist erneut Partner der EU-OSHA-Kampagne zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz, während das Europäische Parlament einen stärkeren Schutz vor psychosozialen Risiken fordert.

EZA ist Kampagnenpartner der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) im Rahmen der Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze 2026–2028: Gemeinsam für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz“. Die bis 2028 laufende Kampagne zielt darauf ab, das Bewusstsein für psychosoziale Risiken zu schärfen und praktische Lösungen zum Schutz der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern. Durch Tools, Schulungen, Veranstaltungen und den Austausch bewährter Verfahren soll sie Arbeitgebern, Arbeitnehmern und deren Vertretern dabei helfen, gesündere Arbeitsumgebungen zu schaffen. 

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist europaweit eine große Herausforderung. Laut EU-OSHA gaben im Jahr 2025 29 % der Arbeitnehmer in der EU an, dass ihre Arbeit Stress, Depressionen oder Angstzustände verursacht oder verschlimmert habe. Übermäßige Arbeitsbelastung, Arbeitsplatzunsicherheit, schlechte Arbeitsorganisation, Belästigung und die zunehmenden Auswirkungen digitaler Technologien können allesamt zu psychosozialen Risiken beitragen. Die Bewältigung dieser Risiken erfordert daher mehr als nur individuelle Unterstützung: Sie erfordert wirksame Prävention und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. 

Am 6. Oktober 2026 verabschiedete das Europäische Parlament eine Entschließung zu psychosozialen Risiken, Stress und psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz, in der es die Europäische Kommission aufforderte, strengere EU-Rechtsvorschriften vorzuschlagen. Zwar verpflichten die bestehenden EU-Vorschriften die Arbeitgeber bereits zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer, doch gibt es keinen umfassenden europäischen Rahmen, der gemeinsame Anforderungen speziell zur Prävention psychosozialer Risiken festlegt. Die nationalen Ansätze unterscheiden sich, was zu einem uneinheitlichen Schutzniveau für Arbeitnehmer in der gesamten EU führt. 

Die Empfehlungen des Parlaments decken mehrere Bereiche ab. Sie fordern klare Definitionen psychosozialer Risiken und strengere Verpflichtungen für Arbeitgeber, diese zu bewerten und zu verhindern. Außerdem streben sie eine bessere Anerkennung arbeitsbedingter Gesundheitsprobleme, einschließlich Burnout, stärkere Arbeitsaufsichtsbehörden, eine verbesserte Datenerhebung und Unterstützung für Arbeitnehmer bei der Rückkehr nach krankheitsbedingter Abwesenheit an. Die Entschließung betont ferner die Einbeziehung der Arbeitnehmer und ihrer Vertreter in die Prävention sowie wirksame Maßnahmen gegen Gewalt, Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz. 

Der nächste Schritt liegt nun bei der Europäischen Kommission. Psychische Gesundheit sollte eines der Hauptthemen des bevorstehenden „Quality Jobs Act“ sein, der für Ende 2026 erwartet wird. Dies wäre eine Gelegenheit, den Schutz der psychischen Gesundheit der Arbeitnehmer zu stärken und klarere europäische Standards zur Prävention psychosozialer Risiken festzulegen. Da Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Arbeitsorganisation weiterhin verändern, wird es von entscheidender Bedeutung sein, sicherzustellen, dass diese Veränderungen nicht auf Kosten der Gesundheit und des Wohlbefindens der Arbeitnehmer gehen.