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Snack Debate zum Thema „Arbeitskräftemigration, Integration und sozialer Dialog“

Eine Snack Debate zum Thema „Arbeitskräftemigration, Integration und sozialer Dialog“, die in Zusammenarbeit mit MCL / EFAL (Movimento Cristiano Lavoratori / Ente Nazionale per la Formazione e l'Addestramento dei Lavoratori) vom EZA organisiert und von der Europäischen Union finanziert wurde, fand online am 1. Juli 2026 statt. Am Seminar nahmen mehr als 40 Vertreter:innen von Arbeitnehmerorganisationen aus 18 EU-Mitgliedstaaten teil, was die europäische Dimension des Themas widerspiegelte.

Der wichtigste Aspekt der Snack Debate war die Diskussion über die Rolle der Arbeitskräftemigration bei der Bewältigung der demografischen Herausforderungen und der Herausforderungen des Arbeitsmarktes in Europa. Gleichzeitig wurde die Bedeutung des sozialen Dialogs, der Gewerkschaften und der lokalen Regierungsführung für die Sicherstellung einer erfolgreichen Integration von Arbeitsmigrant:innen in die europäischen Arbeitsmärkte hervorgehoben.

Bei der Veranstaltung sollten die zentralen Schlussfolgerungen des jüngsten ADAPT-Berichtes vorgestellt werden, der von der EZA-Mitgliedsorganisation MCL/EFAL in Auftrag gegeben worden war. In diesem Bericht werden die Arbeitsintegration von Arbeitsmigrant:innen und die Rolle von Arbeitnehmerorganisationen in diesem Zusammenhang untersucht. Die Veranstaltung fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Migration wieder ins Zentrum der europäischen politischen Agenda gerückt ist. In den Wochen vor der Veranstaltung hatte das Europäische Parlament eine neue „Rückführungsverordnung“ für Staatsangehörige aus Drittstaaten verabschiedet, in der auch Bestimmungen enthalten sind, welche die Errichtung von Rückführungszentren in Drittstaaten ermöglichen könnte. Während sich die öffentliche Debatte jedoch zunehmend auf den Grenzschutz und Sicherheitsbedenken konzentriert, wurde auf dem Seminar ein anderer dringlicher Handlungsbedarf hervorgehoben: Die alternde Bevölkerung in Europa und der zunehmende Arbeitskräftemangel lassen die Arbeitskräftemigration immer mehr zu einem wichtigen Bestandteil für wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit werden.

Besprochene Themenfelder

• Demografischer Wandel und Arbeitskräftemangel

o Auswirkungen einer alternden Bevölkerung und sinkender Geburtsraten auf die europäischen Arbeitsmärkte.

o Zunehmender Arbeitskräftemangel in zentralen Wirtschaftssektoren.

o Beitrag von Arbeitsmigrant:innen zu wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum.

• Arbeitskräftemigration und Integration in den Arbeitsmarkt

o Hindernisse für Arbeitsmigrant:innen, darunter Sprachbarrieren, Bürokratie und die Anerkennung von Abschlüssen.

o Risiko der Teilung des Arbeitsmarktes, der Überqualifizierung und prekärer Beschäftigungsverhältnisse.

o Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Beschäftigung als Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration.

• Rolle der Gewerkschaften und des sozialen Dialogs

o Gewerkschaften als Akteure zur Förderung von Gleichbehandlung und Arbeitnehmerrechten.

o Rechtliche Unterstützung, Informationsleistungen und Interessenvertretung für Arbeitsmigrant:innen.

o Sozialer Dialog als Mechanismus zur Verhinderung der Teilung des Arbeitsmarktes und der Ausbeutung.

• Lokale Regierungsführung und Zusammenarbeit verschiedener Akteure

o Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften, Arbeitgeber:innen, lokalen Behörden und Organisationen der Zivilgesellschaft.

o Beispiele für territoriale Initiativen zur Unterstützung der Integration in den Arbeitsmarkt.

o Bedeutung von Maßnahmen auf lokaler Ebene bei der Umsetzung von Rechten in konkrete Chancen.

• Aktuelle Entwicklungen in der EU-Migrationspolitik

o Jüngste Entwicklungen in der EU-Migrations- und Rückführungspolitik.

o Spannungen zwischen einer restriktiven Migrationspolitik und dem wirtschaftlichen Bedarf an Arbeitskräften.

o Notwendigkeit zur Herstellung einer Ausgewogenheit zwischen einer Steuerung der Migration und den Integrationszielen.

Ergebnisse:

  • Ergebnisse der Diskussionen

Die Teilnehmer:innen waren sich weitgehend einig, dass man das Thema Migration nicht ausschließlich im Hinblick auf Sicherheit und Grenzkontrollen betrachten darf.

Migration ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Antwort auf den Bevölkerungsrückgang und Arbeitskräftemangel. Gleichzeitig erfordert eine erfolgreiche Integration aber auch mehr als nur den Zugang zu einer Beschäftigung. Sie hängt auch von fairen Arbeitsbedingungen, der Anerkennung von Abschlüssen, sozialer Teilhabe und Gleichbehandlung ab.

In den Diskussionen wurde die entscheidende Rolle der Gewerkschaften und Sozialpartner bei der Unterstützung von Arbeitsmigrant:innen durch Rechtsbeistand, Vertretung, Weiterbildung und Tarifverhandlungen hervorgehoben. Ein besonderer Fokus wurde auf lokale Partnerschaften und den territorialen sozialen Dialog als wirksame Hilfsmittel für die Bewältigung der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Integration gelegt.

In einem bemerkenswerten Beitrag während der Fragen & Antworten-Runde wurde die Bedeutung der Versorgung von Arbeitsmigrant:innen mit klaren und zugänglichen Informationen über ihre Rechte betont. Die Teilnehmer:innen unterstrichen, dass Informationen und Sensibilisierung häufig die ersten und wichtigsten Schritte zur Vermeidung von Ausbeutung und zur Ermöglichung einer effektiven Integration in den Arbeitsmarkt darstellen.

  • Forderungen

Zu den zentralen besprochenen Forderungen gehörten:

  • eine Stärkung von Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt gemeinsam mit Maßnahmen zur Steuerung der Migration;

    • eine verbesserte Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Kompetenzen;

    • erweiterte Möglichkeiten für sprachliche und berufliche Weiterbildungen;

    • die Gewährleistung der Gleichbehandlung und die Vermeidung einer Teilung des Arbeitsmarktes;

    • die Stärkung der Rolle der Gewerkschaften und Sozialpartner im Integrationsprozess;

    • die Förderung des lokalen und territorialen sozialen Dialogs unter Einbindung der Gemeinden, Arbeitgeber:innen, Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft;

    • ein verbesserter Zugang zu Informationen über Arbeitnehmerrechte für Arbeitsmigrant:innen.

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  • Auswirkungen auf die tägliche Arbeit und Folgemaßnahmen

Die Veranstaltung unterstrich, wie wichtig es ist, Fragen der Migration und des Arbeitsmarktes in die Arbeit von Gewerkschaften und Arbeitnehmerorganisationen zu integrieren. Die Teilnehmer:innen hoben die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Sozialpartnern und lokalen Akteuren und eines fortgesetzten Austausches bewährter Methoden für die Integration von Arbeitsmigrant:innen hervor.

Die Diskussionen und während der Veranstaltung vorgestellten Erkenntnisse werden zu künftigen EZA-Maßnahmen im Bereich Arbeitskräftemigration, sozialer Dialog, Arbeitsmarktintegration und demografischer Wandel beitragen.