„Innovation, Nachhaltigkeit und Kompetenzen für die Arbeitswelt der Zukunft in Europa – Talente und Fähigkeiten in der digitalen Ära“ lautete der Titel des Seminars, das am 7., 8. und 9. März 2026 in Valencia/Spanien stattfand. Das Seminar wurde von CEAT (Centro Español para Asuntos de los Trabajadores) mit Unterstützung des EZA organisiert und von der Europäischen Union finanziert. María Luisa Mezquita Juan, Generaldirektorin für Planung und Dienstleistungen bei Labora, eröffnete die Veranstaltung und betonte dabei die Zusammenarbeit der europäischen Institutionen. Darüber hinaus sind informierte und datengestützte Entscheidungen notwendiger als improvisierte Lösungen. An der Eröffnung nahmen auch Sigrid Schraml, Generalsekretärin des EZA, Piergiorgio Sciacqua, Co-Präsident des EZA, Mercedes Hurtado, Präsidentin der Ärztekammer von Valencia, und David Cervera, Präsident von CEAT, teil. Sie alle waren sich darin einig, dass es wichtig ist, die soziale Dimension der Beschäftigung zu stärken und sich für das europäische Modell stark zu machen, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt und bei dem Technologie und künstliche Intelligenz als Ergänzung zu den Talenten der Arbeitnehmer:innen dienen. Sie hoben außerdem die Bedeutung von lebenslangem Lernen hervor, da sich die Gesellschaft durch Automatisierung, Technologie und künstliche Intelligenz rasant verändert. An der Veranstaltung nahmen 54 Vertreter:innen von Arbeitnehmerorganisationen teil.
Das Forum beschäftigte sich mit den zentralen Fragen zur Gestaltung der Zukunft der Beschäftigung in Europa und verband dabei politische Perspektiven mit Beiträgen von Expert:innen und sozialen Interessenvertreter:innen. Zu den Teilnehmer:innen gehörten auch Pablo Aledo Martínez (Generaldirektor der Altius-Stiftung) und Antonio Camaró (UNESCO-Maler für Eintracht und Frieden), die beide betonten, wie wichtig es ist, das produktive Erbe Europas zu erhalten und zu bewahren. Das bedeutet, technologische Innovationen zu integrieren, ohne dabei das Handwerk, das Wissen und die Techniken zu verlieren, die unsere wirtschaftliche und kulturelle Identität ausmachen. Beide erklärten, dass die Modernisierung zwar die Wettbewerbsfähigkeit ankurbeln, aber gleichzeitig auch die territoriale Vielfalt und den Wert traditioneller Berufe respektieren muss.
María José González, Leiterin der Abteilung für Mikrozertifikate an der Universität CEU Cardenal Herrera, hob die Vorteile dieser kurzen, aber wirkungsvollen und von der Universität anerkannten Kurse für Studierende und Berufstätige hervor. Sie äußerte auch ihre Bedenken im Hinblick auf die Schwierigkeiten bei der internationalen Anerkennung dieser Mikrozertifikate aufgrund der zur Speicherung von Metadaten genutzten Formate. Ihrer Ansicht nach sind die besten Formate diejenigen, die international standardisierter sind, was zu den Datenschutzvorschriften der Europäischen Union im Widerspruch zu stehen scheint.
Das Seminar wurde mit einem Vortrag von Tomás Perea, stellvertretender Generaldirektor der Stiftung MásHumano, fortgesetzt, der seinen Fokus auf die Unterschiede zwischen den derzeit zusammenarbeitenden Generationen legte. Darüber hinaus thematisierte er, wie wichtig es ist, zu wissen, wie die Stärken jeder Generation gelenkt werden können. Er erläuterte, dass für Unternehmen durch die Kombination der Kompetenzen älterer und jüngerer Arbeitnehmer:innen in der generationsübergreifenden Zusammenarbeit eine höhere Wettbewerbsfähigkeit möglich ist. Er zeigte außerdem auf, wie seine Stiftung als Ergänzung dazu mit Unternehmen an Fortbildungsprogrammen in diesem Bereich arbeitet und wie diese ihren Managementansatz ändern, um Talente zu halten, zu binden und weiterzugeben. Dieser Ansatz beinhaltet auch ein generationsübergreifendes Mentoring innerhalb der Unternehmen, um alle Talente zu halten und zu fördern.
Die internationale Podiumsdiskussion wurde von María Molina Hurtado, Leiterin für politische Angelegenheiten und das Engagement von Interessenvertreter:innen bei der EVP, moderiert und umfasste Vorträge von Antonio Pedro Roque Oliveira, Mitglied des portugiesischen Parlamentes, Michael Schediwy-Klusek, Generalsekretär der FCG, Francisco Garcia Cerrato, Geschäftsführer von Hubtrick, Elmar Brok,ehemaliger Präsident der EUCDA, Margo Molkenboer, politische Beraterin für Europa bei CNV, und David Agius, Vizepräsident des maltesischen Parlamentes.
Alle Teilnehmer:innen der Podiumsdiskussion trugen zur Debatte über die Zukunft der Beschäftigung in Europa bei, indem sie ihre eigene Perspektive und die Realitäten in ihren jeweiligen Ländern aufzeigten. Sie waren sich alle einig, dass die aktuelle Beschäftigungssituation die Stärkung transversaler Qualifikationen erfordert, damit sich Arbeitnehmer:innen und Unternehmen an eine sich schnell wandelnde Wirtschaft anpassen können. Für das digitale Zeitalter werden Talente gebraucht, die die neu aufkommenden Technologien, darunter auch die künstliche Intelligenz, anwenden können, um Innovationen und Produktivität voranzutreiben. Francisco García sprach auch über den Wandel in Unternehmen durch technologische Plattformen, die zur Mobilität der Arbeitnehmer:innen und zur Suche nach Talenten beitragen, die die Unternehmen so dringend benötigen. Technologische Plattformen nehmen eine dominante Rolle in den neuen Arbeitsmodellen ein.
Claudia Tecglen, Präsidentin der nach ihr benannten Stiftung sowie der „Association for Living with Spasticity“ (dt. etwa: Verein für ein Leben mit Spastik), konzentrierte sich in ihrem Vortrag auf die Frage, wie die Technologie Menschen mit Behinderungen benachteiligt und wie einzelne Personen mit Behinderungen zu den Perspektiven von Arbeitsteams beitragen und sie verstärken können. Der Schwerpunkt ihres Vortrages lag auf der Inklusion am Arbeitsplatz und auf der Notwendigkeit, allen Menschen Chancen zu bieten, da wir alle irgendwann irgendeine Form von Beeinträchtigung erleben werden. Sie wies darauf hin, dass es nicht mehr kostet, Unternehmen inklusiver und barrierefreier zu gestalten, wenn dies im Voraus festgelegt wird. Im Gegenteil: Dadurch entstehen zahlreiche Vorteile für alle Arbeitnehmer:innen.
Von besonderem Interesse war der Vortrag der Autonomen Gemeinschaft Madrid, der von ihren Generaldirektorinnen Mercedes Marín García und Belén García Díaz gehalten wurde. Sie nannten den „Senior Talent Plan“ (dt. etwa: Plan zur Förderung von Führungskräften), der aktuell von der Autonomen Gemeinschaft Madrid umgesetzt wird, als Beispiel für bewährte Methoden, mit einer Investitionssumme von 135 Millionen Euro, der 15 Hauptmaßnahmen und 49 spezifische Aktionen umfasst. Darüber hinaus hoben sie auch die Arbeit der Verwaltungsteams hervor, insbesondere deren Engagement im öffentlichen Dienst und deren Fähigkeit, diese und viele andere Initiativen umzusetzen. Auch die Perspektive der Gewerkschaften wurde angesprochen. Maica Imbernón, Generalsekretärin von USO, skizzierte die Schwierigkeiten, mit denen Arbeitnehmer:innen in den verschiedenen Sektoren konfrontiert sind, sowie die Notwendigkeit für eine berufliche Weiterentwicklung durch zertifizierte Fortbildungen. Sie betonte auch, wie wichtig es ist, jüngere Generationen zu erreichen, die nur ein geringes Interesse an einer Mitwirkung in Gewerkschaften zeigen.
Bei der Abschlusszeremonie kamen neben dem Präsidenten von CEAT auch Dennis Radtke, Präsident der EUCDA und Mitglied des Europäischen Parlamentes für Deutschland, sowie Liesbet Sommen, Generalsekretärin der EUCDA und Mitglied des Europäischen Parlamentes für Belgien, zu Wort.
Beide hoben die Initiativen hervor, die von den Mitgliedern des Europäischen Parlamentes ergriffen werden, und betonten, wie wichtig es ist, das Ausbildungsangebot zu überarbeiten und deren internationale Anerkennung sicherzustellen. Außerdem müssen Innovationen und der Einsatz künstlicher Intelligenz weiter verbessert werden. In unserer heutigen Zeit ist all das, in Kombination mit zwischenmenschlichen Kompetenzen und Sprachkenntnissen, für die Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit und für die Förderung von beruflicher Mobilität und Wettbewerbsfähigkeit in einem globalisierten Markt unerlässlich. Schließlich sprach Javier Morillas, Mitglied des spanischen Rechnungshofes, und hob dabei einige der Beiträge der Referent:innen noch einmal hervor und äußerte, genau wie die beiden Mitglieder des Europäischen Parlamentes zuvor, seine Besorgnis angesichts der aktuellen Kriegssituation. Er rief die Beschränkungen und Vorschriften der EU zu künstlicher Intelligenz in Erinnerung, während in den USA in diesem Bereich Innovationen entstehen und es in China dahingehend keine Grenzen gibt. Er schloss seinen Vortrag mit der Feststellung, dass sich Spanien in einer höchst ungewöhnlichen Situation befindet, da es dort seit mehreren Jahren keinen genehmigten Haushalt gibt.