Ein Seminar zum Thema „Die Generation Z auf dem Arbeitsmarkt“, das von CNS „Cartel Alfa“ / F.N.CORESI (Confederaţia Naţională Sindicală „Cartel Alfa“ / Fundaţia Naţională CORESI) in Partnerschaft mit dem EZA organisiert und von der Europäischen Union finanziert wurde, fand vom 18.-21. Mai 2026 in Amara, Rumänien, statt. Am Seminar nahmen Vertreter:innen von Arbeitnehmerorganisationen aus Rumänien, Bulgarien, Albanien, Frankreich, Portugal, Litauen und der Republik Moldau teil.
Es konzentrierte sich auf die Herausforderungen, mit denen die Generation Z auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert ist, die sich verändernden Erwartungen junger Arbeitnehmer:innen, die Rolle von Bildung und des sozialen Dialogs sowie die Auswirkungen der Digitalisierung und von künstlicher Intelligenz auf die Beschäftigung und die Beziehungen zwischen den Sozialpartnern.
Die Vorträge führten zu lebhaften Diskussionen und einem konstruktiven Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmer:innen aus unterschiedlichen Ländern und mit einem unterschiedlichen beruflichen Hintergrund. Die jungen Teilnehmer:innen, darunter auch Masterstudent:innen und Studienabgänger:innen, beteiligten sich aktiv an den Debatten, indem sie ihre eigenen Erfahrungen im Zusammenhang mit prekärer Beschäftigung, Konflikten am Arbeitsplatz, Schwierigkeiten beim Eintritt in den Arbeitsmarkt, unbezahlten Praktika, der generationsübergreifenden Kommunikation und ihren Sorgen im Hinblick auf Arbeitsplatzsicherheit und berufliche Entwicklung teilten. Ihre Berichte verliehen den Seminardiskussionen eine praktische und menschliche Perspektive.
Ein wichtiger praktischer Bestandteil des Seminars war der Arbeitsbesuch bei der Technologischen Hochschule „Alexandru Ioan Cuza“ in Slobozia, bei dem die Teilnehmer:innen den Leiter der Hochschule sowie Student:innen der Abschlussklassen trafen. Die Diskussionen lieferten wertvolle Einblicke in die Erwartungen, Hoffnungen und Sorgen junger Menschen, die sich auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt vorbereiten. Die Teilnehmer:innen tauschten mit den Student:innen Ansichten zur beruflichen Orientierung, Berufsausbildung, Beschäftigungschancen und den Herausforderungen aus, mit denen junge Menschen zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn konfrontiert sind.
In der ersten Podiumsdiskussion zum Thema „Wer ist die Generation Z wirklich? Werte, Erwartungen und Mythen über die jüngste Generation am Arbeitsplatz“ wurde das soziale und psychologische Profil der Generation Z erkundet. Die Referent:innen hoben hervor, dass diese Generation größeren Wert auf Flexibilität, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, Inklusion und eine sinnstiftende Arbeit legt als vorherige Generationen. Die Diskussionen konzentrierten sich auch auf die Stereotype, die häufig mit jungen Arbeitnehmer:innen in Verbindung gebracht werden, sowie auf die Notwendigkeit für Arbeitgeber:innen und Institutionen, die sich verändernden Motivationen und Kommunikationsstile jüngerer Arbeitnehmer:innen besser verstehen zu lernen. Die Teilnehmer:innen sprachen darüber, inwiefern soziale Medien, wirtschaftliche Instabilität und die Coronapandemie die Einstellung dieser Generation gegenüber der Arbeit und der Gesellschaft geprägt haben.
Die zweite Podiumsdiskussion zum Thema „Beschäftigungsbedarf der Generation Z und die Reaktion der Institutionen“ fokussierte sich auf den Übergang von der Ausbildung zur Beschäftigung und auf die Probleme junger Arbeitnehmer:innen beim Eintritt in den Arbeitsmarkt. Die Referent:innen sprachen über institutionelle Programme, die auf die Jugendbeschäftigung, Entwicklung digitaler Fertigkeiten und Investitionspolitik abzielen. Besondere Aufmerksamkeit wurde auf Kategorien gefährdeter Jugendlicher und auf den ungleichen Zugang zu Chancen gelegt. In den Debatten wurde die Lücke zwischen Bildungslehrplänen und den Realitäten auf dem Arbeitsmarkt hervorgehoben, ebenso wie die Notwendigkeit für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Bildungsinstitutionen, öffentlichen Stellen und den Sozialpartnern.
Während der Nachmittagssitzung zum Thema „Der Arbeitsmarkt zwischen Erwartungen, Druck und Realitäten – Wer bereitet junge Arbeitnehmer:innen wirklich darauf vor?“ sprachen Referent:innen über die Diskrepanz zwischen akademischer Ausbildung und den Erwartungen am Arbeitsplatz. Vertreter:innen von Studierenden und junge Führungskräfte von Gewerkschaften beschrieben Situationen, in denen junge Arbeitnehmer:innen mit einer exzessiven Arbeitsbelastung, mangelnden Mentoring-Möglichkeiten, niedrigen Löhnen und Unsicherheiten im Hinblick auf ihre weitere Karriere konfrontiert sind. Die Teilnehmer:innen sprachen über die Bedeutung von praktischer Ausbildung, von Praktika mit angemessenen Schutz und von der Entwicklung von „Soft Skills“ zusammen mit fachlichen Kompetenzen.
Die Podiumsdiskussion „Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit. Die Generation Z vor unsicheren Zeiten“ führte zu besonders aktiven Diskussionen. Die Referent:innen analysierten den raschen Wandel der Arbeitsmärkte unter dem Einfluss von Automatisierung und KI-Technologien. Die Veranstaltung profitierte auch von der Teilnahme des Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Victor Negrescu, der die Bedeutung der Einbeziehung junger Arbeitnehmer:innen, einer qualitativ hochwertigen Beschäftigung und die Rolle der EU-Institutionen bei der Förderung einer gerechten Arbeitspolitik, die an die neuen Arbeitsrealitäten angepasst ist, per Videobotschaft ansprach.
Der zweite Seminartag startete mit einer Sitzung zum Thema „Wie müssen Organisationen aussehen, in denen sich die Generation Z entfalten kann? Kultur, Führung und ein nachhaltiges Arbeitsumfeld“. Die Referent:innen betonten die Notwendigkeit von emanzipatorischer Führung, Transparenz und inklusive Arbeitsplatzkulturen, die junge Arbeitnehmer:innen gewinnen und halten können. Erfahrungen aus der Republik Moldau und Litauen zeigten, wie die Beteiligung junger Arbeitnehmer:innen innerhalb von Gewerkschaften und Organisationen die demokratische Teilhabe und den sozialen Dialog stärken kann. Die Teilnehmer:innen sprachen über generationsbedingte Unterschiede bei den Erwartungen an Führungskräfte und über die Notwendigkeit für Organisationen, interne Kommunikation- und Entscheidungsfindungsprozesse anzupassen.
Am letzten Seminartag nahmen die Teilnehmer:innen an einem Arbeitsbesuch bei der Technologischen Hochschule „Alexandru Ioan Cuza“ in Slobozia teil, wo sie den Leiter der Hochschule und Student:innen aus den Abschlussklassen trafen. Die Diskussionen mit den Student:innen lieferten wertvolle Einblicke in die Erwartungen, Ängste und Hoffnungen junger Menschen, die sich auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt vorbereiten.
Die abschließenden Diskussionen und das Evaluierungstreffen brachten einige gemeinsame Standpunkte und Richtungsweisungen für künftige Maßnahmen hervor, auf die sich die Teilnehmer:innen geeinigt haben:
Die Generation Z bringt neue Erwartungen und Werte mit auf den Arbeitsmarkt, so dass Institutionen, Arbeitgeber:innen und Gewerkschaften ihre Ansätze und Kommunikationsmethoden anpassen müssen.
Eine qualitativ hochwertige Beschäftigung, faire Löhne, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie der Schutz der mentalen Gesundheit stellen für junge Arbeitnehmer:innen unerlässliche Prioritäten dar.
Bildungssysteme und die Arbeitsmarktpolitik müssen effektiver zusammenarbeiten, um den Übergang von der Schule in die Beschäftigung zu erleichtern.
Das Seminar schaffte es, einen Raum für einen Dialog zwischen Generationen, Institutionen, Wissenschaftler:innen und Sozialpartnern zu schaffen, was zu einem besseren Verständnis für die Herausforderungen und Chancen beitrug, mit denen die Generation Z auf dem heutigen Arbeitsmarkt konfrontiert ist.