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Stärkung der Wirkungsorientierung von Projekten im sozialen Dialog in Europa

Vom 14. bis 16. Januar 2026 fand in Haltern am See / Deutschland ein Kurs zur „Stärkung der Wirkungsorientierung von Projekten im sozialen Dialog in Europa“ statt, organisiert von der KAB Deutschlands (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands e.V.) in Zusammenarbeit mit der JOC Europe (Jeunesse Ouvrière Chrétienne - Europe) und EZA und finanziert von der Europäischen Union.

Verantwortlich für den didaktischen Rahmen waren Christoph Holbein-Munske (KAB) und Caro Moch (JOC), fachlicher Input kam von der Referentin Susanne von Jan (smep-consult).

Es nahmen 20 Vertreter:innen von Arbeitnehmerorganisationen aus Portugal, Spanien, den Niederlanden, Belgien und Deutschland an dem Kurs teil

Der wichtigste Aspekt war der Perspektivwechsel von der reinen Maßnahmenplanung hin zur konsequenten Wirkungsorientierung (WO). In der europäischen Bildungsarbeit reicht es nicht aus, nur die Durchführung von Seminaren zu belegen; es muss aufgezeigt werden, welche konkreten Veränderungen bei den Teilnehmenden und in deren Organisationen erzielt werden. Der Kurs war gerade jetzt wichtig, um die methodische Qualität der Projekte im sozialen Dialog nachhaltig zu sichern und die Transparenz gegenüber Stakeholdern zu erhöhen.

Themenfelder

Das von Christoph Holbein-Munske und Caro Moch gestaltete didaktische Konzept führte die Teilnehmenden durch drei zentrale Phasen der Projektarbeit, zu denen Susanne von Jan den fachlichen Input lieferte:

  • Wirkungszielformulierung: Wie werden Ziele so definiert, dass sie nicht nur Aktivitäten (Outputs), sondern echte Veränderungen (Outcomes) beschreiben?

  • Wirkungsorientierte Angebotsentwicklung: Wie müssen Bildungsmaßnahmen konzipiert sein, damit sie die gewünschten Wirkungsziele auch tatsächlich erreichen können?

  • Evaluation: Auswahl geeigneter Erhebungsmethoden und die Entwicklung konkreter Instrumente (Fragebögen, Quiz, qualitative Abfragen), um die Zielerreichung messbar und sichtbar zu machen.

Seminarergebnisse

Ein Herzstück des Seminars waren die intensiven Praxisphasen. Die Teilnehmenden arbeiteten durchgehend an ihren realen, mitgebrachten Projekten. Dies führte zu sehr konkreten Ergebnissen:

  • Schärfung der Zielsetzung: Viele Projekte erhielten durch die neue Perspektive eine deutlich klarere Ausrichtung.

  • Kontextangemessene Gestaltung: Die Teilnehmenden entwickelten spezifische Umsetzungsideen, die genau auf ihre jeweilige Zielgruppe und die lokalen Gegebenheiten zugeschnitten sind.

  • Durchgängige Logik: Von der ersten didaktischen Methode bis hin zum finalen Evaluationsbogen wurde ein roter Faden der Wirkungsorientierung gezogen.

Konsequenzen für die tägliche Arbeit

Die Ergebnisse des Kurses fließen direkt in die Projektarbeit der beteiligten Organisationen ein. Anstatt starre Standards abzuarbeiten, haben die Teilnehmenden nun die Kompetenz, Wirkungsorientierung als Qualitätsmerkmal ihrer täglichen Arbeit zu begreifen.

Die wesentlichen Erkenntnisse für die Praxis sind:

  1. Ziele zuerst: Jedes Angebot beginnt mit der präzisen Definition der gewünschten Wirkung.

  2. Methodenwahl folgt der Wirkung: Die Didaktik ist kein Selbstzweck, sondern das Werkzeug zur Zielerreichung.

  3. Lernende Organisation: Evaluation wird nicht als Kontrolle, sondern als Impuls für die Weiterentwicklung der eigenen Arbeit verstanden.

6. Weiterführende Informationen

Das Seminar hat gezeigt, dass Wirkungsorientierung kein abstraktes theoretisches Konzept bleiben muss. Durch die enge Begleitung von Christoph Holbein-Munske und Caro Moch sowie den fachlichen Input von Susanne von Jan konnten die Teilnehmenden konkrete Fortschritte für ihre Projekte erzielen. Sie verlassen das Seminar mit einem geschärften Blick für ihre Ziele und einem Methodenkoffer, der es ihnen erlaubt, ihre Angebote wirksamer und innovativer zu gestalten.