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Stärkung der Kompetenzen von Arbeitnehmerorganisationen aus den Beitrittskandidatenländern durch die Stärkung der Kompetenzen ihrer Mitglieder

Ein Seminar zum Thema „Stärkung der Kompetenzen von Arbeitnehmerorganisationen aus den Beitrittskandidatenländern durch die Stärkung der Kompetenzen ihrer Mitglieder“ fand vom 22. bis 25. Oktober 2025 in Baile Felix/Rumänien statt, das vom IFES (Institutul de Formare Economică şi Socială) in Zusammenarbeit mit Parteneriatul pentru Protectia Angajatilor organisiert, von EZA unterstützt und von der Europäischen Union finanziert wurde. Es fand im Rahmen des EZA-Sonderprojektes für Arbeitnehmerorganisationen in Beitrittskandidatenländern statt. 37 Vertreter:innen von Gewerkschaften und anderen Arbeitnehmerorganisationen aus der Ukraine, der Republik Moldau, Belgien und Rumänien nahmen am Seminar teil.

Das Ziel des Seminars bestand darin, zu den folgenden Themen das Wissen und die Erfahrung einiger führender Vertreter:innen und Expert:innen mit den Arbeitnehmerorganisationen aus den neuen Bewerberländern für den Beitritt zur Europäischen Union zu teilen: (1) Inhalt des gemeinschaftlichen Besitzstandes in Bereichen wie Arbeitsrecht, kollektive und individuelle Freiheiten; (2) sozialer Dialog auf allen Ebenen; (3) Kommunikation, sowohl innerhalb als auch außerhalb von Organisationen; (4) Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. 

Das Projekt unterstützte Organisationen aus den neuen Bewerberländern wie der Ukraine und der Republik Moldau. Vertreter:innen der teilnehmenden Organisationen sammelten Wissen zu den oben genannten Themen. Das Seminar bot eine wichtige Gelegenheit, um Wissen und Erfahrungen mit den rumänischen Teilnehmer:innen auszutauschen. 

Durch das erworbene Wissen kann die organisatorische Kompetenz der vertretenen Organisationen zum Nutzen ihrer Mitglieder ausgebaut werden. So sollten eine bessere Einbindung in den Prozess der Integration in die Europäische Union, eine wirksamere Beteiligung am sozialen Dialog im Interesse der Gewerkschaftsmitglieder und aller Arbeitnehmer:innen aus diesen Ländern sichergestellt werden. Bewährte Methoden im sozialen Dialog sollten von denjenigen Mitgliedstaaten, die diesen Integrationsprozess bereits durchlaufen haben, oder von Ländern mit einer festen Tradition in dieser demokratischen Praxis weitergegeben werden. 

  • Während des Seminars wurden folgende Themen besprochen: 

  • Die Rolle von Gewerkschaften im Prozess des Beitritts zur und der Integration in die Europäische Union. Herausforderungen, Erfahrungen und Schlussfolgerungen 

  • Kommunikation innerhalb und außerhalb der Organisation 

  • Sozialer Dialog, auf europäischer und nationaler Ebene 

  • Freizügigkeit der Arbeitnehmer:innen. Altersversorgung. Übertragbarkeit von Rentenansprüchen 

  • Institutionelle Architektur der Europäischen Union. Gemeinschaftlicher Besitzstand. 

  • Kapitel mit sozialem Bezug   

  • Wie sollte Technologie in unseren Organisationen eingesetzt werden? 

  • Wie lassen sich junge Menschen gewinnen und halten und was ist ihre Rolle in unseren Organisationen? 

Der Seminartag endete mit einer Diskussion über die Unterstützung, welche die Organisationen aus den neuen Bewerberländern zukünftig benötigen werden. Die Diskussion wurde von Silviu ISPAS, dem IFES-Direktor, geleitet und die Teilnehmer:innen aus der Republik Moldau und der Ukraine erhielten das Wort. Mit diesem Thema endete dann auch das Seminar. 

Schlussfolgerungen aus den abschließenden Diskussionen: 

  • Forderung nach einer Weiterführung der Sonderprojekte für Teilnehmer:innen aus den Bewerberländern 

  • Einige konkrete Themen für das Projekt für die kommenden Jahre kamen aus der Ukraine: 

    • Organisation der Gewerkschaftsarbeit auf Unternehmensebene.

    • Besonderheiten von Tarifverhandlungen und des Abschlusses von Tarifverträgen.

    • Methoden und Möglichkeiten der Einbindung junger Menschen in die Gewerkschaft. 

und aus der Republik Moldau:

  • Digitaler Wandel und menschenwürdige Arbeit: Herausforderungen für Arbeitnehmer:innen in der Republik Moldau und in Osteuropa.

    • Die Jugend und neue Beschäftigungsformen: Wie können wir sie für die Mitwirkung in Arbeitnehmerorganisationen gewinnen und motivieren? 

    • Mobilität der Arbeitnehmer:innen und Schutz der Rechte moldauischer Wanderarbeitnehmer:innen in Europa.

    • Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben: eine neue postpandemische Arbeitskultur.

    • Sozialer Dialog für den grünen und digitalen Wandel in der Republik Moldau.