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Digitalisierung: eine Chance für die Beschäftigung von Frauen im ländlichen Raum

Vom 9. bis zum 11. Februar 2026 fand in Ciudad Real, Spanien, ein Seminar zum Thema „Digitalisierung: eine Chance für die Beschäftigung von Frauen im ländlichen Raum“ statt, das von Afammer (Confederación Nacional de Federación y Asociaciones de Familias y Mujeres del Medio Rural) mit Unterstützung des EZA organisiert und von der Europäischen Union finanziert wurde.

„Die Digitalisierung verändert alle Bereiche unseres Lebens: von der Arbeitswelt bis zur Privatsphäre. Dieser Prozess vollzieht sich jedoch nicht überall gleich. Während in den Städten Dienste und schnelle Verbindungen allgemein verfügbar sind, kämpfen wir in den ländlichen Gebieten immer noch um eine digitale Grundversorgung. Die bestehenden Versorgungslücken beschränken nicht nur den Zugang zum Internet, sie mindern auch die Möglichkeiten für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von Millionen Menschen.“ 

Am 10.02. begann dieses Europäische Seminar mit seiner offiziellen Eröffnung in Anwesenheit des Co-Präsidenten des EZA, Piergiorgio Sciacqua, der zweiten Bürgermeisterin María José Escobedo für die Stadtverwaltung von Ciudad Real und von Carmen Quintanilla, der nationalen Präsidentin von AFAMMER.

Diskutiert wurden die folgenden Themenbereiche:

- Nachdenken über KI: Lernen, Gestalten und Gedeihen in der digitalisierten Welt

Wir müssen die neuen technologischen Instrumente behutsam an den Bildungsbereich heranführen und sie als zur Förderung der Gleichstellung nutzen. Wir müssen bei der Vermittlung der neuen Technologien eine aktive Rolle spielen und KI im Unterricht unterstützend einsetzen.“

- Strategien für ein digitales Europa: eine Zukunftsvision aus Sicht der Arbeitnehmerorganisationen

Um auf digitalisierten Märkten erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen IT-Fachkräfte einstellen, die eigene Belegschaft durch weibliche Talente stärken und den Rechtsrahmen für Plattformarbeiter:innen verbessern.“

- Digitalisierung: neue Denkweisen in einer neuen Ära

Die KI ist ein mächtiges Instrument, das uns sehr hilfreich sein kann. Zuvor müssen wir uns aber der Gefahren und Grenzen bewusst werden und die Fähigkeit entwickeln, ihre Vorteile zu nutzen und gleichzeitig eventuelle schädliche Folgewirkungen auszuschließen.“

- Digitalisierung: Motor der Veränderung im ländlichen Raum

Die Digitalisierung ist der Haupttreiber der Transformation im ländlichen Raum. Sie fördert Nachhaltigkeit, Wirtschaft (mehr Effizienz und Produktivität) und Lebensqualität in entvölkerten Regionen, wo die Ansiedlung junger Menschen, Investitionen, Maßnahmen zur Förderung des Wandels und die Digitalisierung öffentlicher Dienste dringend erforderlich sind.“

- Künstliche Intelligenz sicher und effizient nutzen

Wirklich relevant wird diese Technologie erst dann, wenn sich ihre Entwicklung und Anwendung am Menschen orientieren. Damit die KI die Entwicklung des ländlichen Raums nachhaltig beeinflussen kann, sind die dort lebenden Menschen als Prozessbeteiligte anzuhören und darauf aufbauend Lösungen zu entwickeln, welche die realen Herausforderungen tatsächlich angehen.“

Zur Freude der Teilnehmer:innen haben die Gleichstellungsbeauftragte der JCCM in Ciudad Real, Frau Manoli Nieto, der Präsident der Regionalregierung in Ciudad Real, Herr Miguel Angel Valverde, der Regierungsbeauftragte, Herr David Broceño, der Präsident der Volkspartei (Partido Popular) in Castilla La Mancha, Herr Paco Nuñez, und der Generalsekretär der FEMP (Federación Española de Municipios y Provincias), Herr Luis Martínez-Sicluna, die Abschlussveranstaltung mit ihrer Anwesenheit beehrt.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Im Verlauf dieses Seminars wurde deutlich, dass die Digitalisierung eine historische Chance für den Wandel des ländlichen Raums bietet, zugleich aber mit Herausforderungen verbunden ist, die Kompromisse, Investitionen und eine am Menschen orientierte Technologienutzung erfordern.

Dass die Heranführung der künstlichen Intelligenz und der neuen digitalen Instrumente an den Bildungsbereich dem Ziel der Gleichberechtigung verpflichtet sein muss und der kritischen Begleitung und Überwachung bedarf, wurde den Teilnehmer:innen durch das Hauptreferat nahe gebracht. Sinnvoll ist Technologie demnach erst dann, wenn sie für unser aller Wohl zum Lernen und Gestalten genutzt wird und allen Menschen, ob in der Stadt oder auf dem Land, zur Verfügung steht.

Voraussetzungen für den Erfolg auf digitalisierten Märkten sind, wie sich gezeigt hat, Unternehmen mit geschulten IT-Fachkräften und mit weiblichen Talenten in der Belegschaft somit ein Rechtsrahmen zum Schutz der Plattformarbeiter:innen. Die Digitalisierung darf nicht zu Lasten der Arbeitnehmerrechte gehen.

In der Podiumsdiskussion über „Neue Denkweisen in einer neuen Ära“ tauschten sich die Teilnehmer:innen über die Gefahren und Grenzen der künstlichen Intelligenz aus. Künstliche Intelligenz ist ein mächtiges Instrument, das wir kennen und regulieren müssen und das uns zu einer verantwortungsvollen Nutzung zwingt. Wir dürfen uns nicht ihre Vorteile zunutze machen, ohne uns der etwaigen Gefahren erwehren zu können.

Wir müssen sicherstellen, dass der ländliche Raum eine digitale Zukunft hat, denn nur so kann es Chancengleichheit in allen Landesteilen geben. In der Podiumsdiskussion über die Digitalisierung als Haupttreiber der Entwicklung des ländlichen Raums wurde betont, wie wichtig die Technologie für Nachhaltigkeit, Wirtschaft und Lebensqualität der Menschen in Gebieten mit überalterter Bevölkerung ist.

Um diese anzustoßen, braucht es Investitionen, digitalisierte öffentliche Dienste und begleitende entwicklungsfördernde Maßnahmen. In der letzten Podiumsdiskussion, die den Möglichkeiten für eine sichere und effiziente Nutzung der künstlichen Intelligenz gewidmet war, waren sich die Teilnehmer:innen einig, dass diese Technologie nur dann relevant sein kann, wenn sie am Menschen orientiert ist, wenn die Bewohner:innen ländlicher Gegenden Gehör finden und ihre Probleme verstanden werden und an den ländlichen Raum angepasst Lösungen entwickelt werden.  Nur so kann die künstliche Intelligenz wirklich zur Entwicklung des ländlichen Raums beitragen. 

Als Leitgedanken nehmen wir mit: Die Digitalisierung ist mehr als eine technologische Weiterentwicklung, denn sie sichert den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sorgt für innovative Arbeitsplätze und ermöglicht unseren Dörfern eine Zukunft. Die bestehende digitale Kluft müssen wir durch Vernetzung und Bildungsangebote überwinden sowie Ressourcen zugänglich machen.

Für diesen Wandel kommt es entscheidend auf die weibliche Landbevölkerung an. Ohne sie hat der ländliche Raum keine Zukunft und ohne den ländlichen Raum gibt es für niemanden eine Zukunft. Die Nutzung der künstlichen Intelligenz muss ethisch verantwortbar, sicher und transparent sein. Die Arbeitnehmerrechte sind weiterzuentwickeln, um keine neuen Ungleichheiten entstehen zu lassen. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung müssen Europa, die Institutionen, die Unternehmen und die Zivilgesellschaft für eine flächendeckende Ausweitung der Digitalisierung sorgen.

Wir von Afammer bekräftigen unsere Verpflichtung, die digitale Teilhabe von Frauen im ländlichen Raum im Interesse der Zukunftssicherung und für Innovation und soziale Gerechtigkeit in unseren Ländern zu stärken. Wir unternehmen heute einen weiteren Schritt hin zur digitalen Vernetzung des ländlichen Raums für mehr Chancengleichheit.