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ITUC stellt Rückgang der Arbeitnehmerrechte in Europa fest

Der am 1. Juni vom Internationalen Gewerkschaftsbund (ITUC) veröffentlichte „Global Rights Index 2026“ erfasst weltweit Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte. Europa hat die schlechteste Bewertung seit Einführung des Index im Jahr 2014 erhalten.

Der ITUC-Bericht warnt vor einem „alarmierenden Rückgang“ der Arbeitnehmerrechte in ganz Europa. Die Studie erfasst unter anderem Verstöße gegen das Streikrecht (in 73 % der europäischen Länder), das Recht auf Tarifverhandlungen (56 %), das Recht auf Gründung einer Gewerkschaft oder Beitritt zu einer Gewerkschaft (41 %) sowie gewalttätige Angriffe und Einschüchterungen gegen Gewerkschaften (24 %). 

Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Kommission Konsultationen zu ihrem „Quality Jobs Act“ durchführt und kurz vor der Veröffentlichung der überarbeiteten Richtlinie über die Vergabe öffentlicher Aufträge steht. Der Bericht sollte als klares Signal dienen, dass die jährlich im Rahmen öffentlicher Aufträge ausgegebenen 2 Billionen Euro nur an Unternehmen gehen sollten, die die Arbeitnehmerrechte achten. Die öffentliche Unterstützung für solche Maßnahmen ist groß: 72 % der Menschen befürworten die Aufnahme sozialer Bedingungen in öffentliche Vergabeverträge. 

Im Rahmen unserer Seminare haben wir die Kommission wiederholt aufgefordert, die vollständige Umsetzung der Richtlinie über angemessene Mindestlöhne sicherzustellen. Dies erfordert, dass die Mitgliedstaaten den Tarifabschlussgrad auf mindestens 80 % erhöhen und mit den Gewerkschaften zusammenarbeiten, um der Ausbreitung gewerkschaftsfeindlicher Praktiken Einhalt zu gebieten.