Heute am 9. Mai feiern wir den Europatag – einen Tag, der weit über das Gedenken an politische Verträge und die Schuman-Erklärung hinausgeht. Ja – feiern! Trotz aller aktueller Malaise und Herausforderungen haben wir allen Grund zum Feiern!
Der 9. Mai erinnert uns daran, was wir der europäischen Einigung zu verdanken haben. Die Europäische Union ist ein historisches Friedensprojekt, ein gemeinsamer Wirtschaftsraum und vor allem eine Wertegemeinschaft, die auf Solidarität, Demokratie, Rechtstaatlichkeit und sozialem Fortschritt beruht. Unzählige Menschen weltweit leben in Ländern, in denen genau dies nicht der Fall ist. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in der Ukraine, herrscht Krieg.
Konrad Adenauer brachte die historische Tragweite Europas auf den Punkt: „Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für uns alle.“
Dieser Gedanke hat nichts an Aktualität verloren. Europa wächst dabei nicht allein durch seine Institutionen, sondern durch das Engagement aller seiner Bürger:innen. Der 9. Mai ermahnt uns zugleich, dass ein gemeinsames Europa nicht selbstverständlich ist. Das wir alle gemeinsam Verantwortung für sein Gelingen tragen.
Gerade in einer Zeit tiefgreifender globaler Veränderungen, wirtschaftlicher Unsicherheiten und wachsender sozialer Herausforderungen zeigt sich die Bedeutung der europäischen Einigung deutlicher denn je. Wettbewerbsfähigkeit, industrielle Transformation, Digitalisierung, Klimawandel, soziale Sicherheit und gerechte Arbeitsmärkte können nur gemeinsam gestaltet werden.
Die im EZA-Netzwerk zusammengeschlossenen Arbeitnehmerorganisationen streben danach, ihre Verantwortung zur Gestaltung sozialer Gerechtigkeit und würdiger Arbeit in ihren Ländern und auf europäischer Ebene wahr zu nehmen. Mit seiner Bildungsarbeit zur Förderung des Sozialen Dialogs versucht EZA hierbei seit über 40 Jahren zu unterstützen.
Mit den Worten von Stefan-Bernhard Eirich, Bundespräsident der KAB Deutschlands / EZA-Mitglied, und mit Bezug auf die deutschen katholischen Bischöfe appellieren wir:
„Europa braucht jetzt keine Skeptiker, die den Untergang verwalten, sondern Menschen, die an die Möglichkeit einer gerechten und friedlichen Ordnung glauben. Haben Sie Mut! Bleiben wir nicht stehen, sondern bauen wir weiter an diesem Haus, das uns seit Jahrzehnten Frieden und Freiheit schenkt. Europa ist unsere gemeinsame Antwort auf die Herausforderungen dieser Welt – und diese Antwort ist es wert, mit Hoffnung und Tatkraft verteidigt zu werden.“
Europa ist mehr als ein politisches Projekt. Europa ist unser gemeinsamer Arbeits-, Lebens- und Zukunftsraum.