Von Industrie 4.0 zu Energie 4.0: Ein proaktiver sozialer Dialog als Schlüsselfaktor für die Verwirklichung einer sozialverträglichen technologischen Revolution, Umstrukturierung und Wende im europäischen Energiesektor

Vom 16. bis 18. Oktober 2017 fand in Brüssel, Belgien, ein Seminar zum Thema „Von Industrie 4.0 zu Energie 4.0: Ein proaktiver sozialer Dialog als Schlüsselfaktor für die Verwirklichung einer sozialverträglichen technologischen Revolution, Umstrukturierung und Wende im europäischen Energiesektor“ statt, organisiert von BIE Int. (Bouw-Industrie & Energie International), mit Unterstützung der EZA und der Europäischen Union. Das Seminar war Teil der EZA-Projektkoordination „Digitale Arbeitswelt - technologische Entwicklungen und Veränderungen am Arbeitsplatz“.

BIE International VZW hat dieses Thema gewählt, weil die Revolution von Industrie 4.0 ohne eine wichtige Änderung der Energieversorgung nicht funktionieren kann, die von der Industrie benötigt wird. Dies hat jetzt und wird auch in Zukunft Auswirkungen auf die Art von Arbeitsplätzen und Qualifikationen haben, die im europäischen Energiesektor benötigt werden. Durch die Zusammenführung von Gewerkschaftsvertretern aus 7 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Spanien, Bulgarien, Frankreich, Litauen und Italien) und durch Vorträge und Interventionen von spezialisierten Referenten wollte BIE International VZW die Auswirkungen eines proaktiven sozialen Dialogs als Schlüsselfaktor für einen sozialverträglichen Übergang im Energiesektor untersuchen und diskutieren.

Das Seminar wurde von Pierre Cuppens (Generalsekretär des belgischen Gewerkschaftsbundes ACV-CSC Bau-Industrie-Energie) und Sylvain Lefebvre (stellvertretender Generalsekretär der IndustriALL European Trade Union) eröffnet. Ihre Anwesenheit zeigte das politische Interesse dieser repräsentativen Organisationen, die eine Schlüsselrolle im sozialen Dialog auf nationaler und europäischer Ebene spielen. Sie betonten die wichtige Rolle des sozialen Dialogs für die Begleitung des Übergangs des Energiesektors. Nicht nur durch Investitionen in den neuen Energiesektor, sondern auch durch die Begleitung der Arbeiter in den alten Energiesektoren (z. B. Kohleindustrie).

EZA-Vizepräsident Veselin Mitov eröffnete das Seminar und verwies auf den größeren Zusammenhang, die Digitalisierung der Arbeit. Frau Jelena Soms, Vizepräsidentin des litauischen Gewerkschaftsbundes, hat diesen Punkt den Teilnehmern vorgestellt.

Nach der Eröffnung fand eine interessante und hitzige Debatte über die Energiepolitik der EU und der Mitgliedstaaten statt. Ivo Belet (MdEP, EVP), Sylvain Lefebvre (stellvertretender Generalsekretär der IndustriALL European Trade Union) und Luc Pauwels (VRT-Journalist und Energieexperte) diskutierten über die Dringlichkeit eines EU-Ansatzes zu diesem Thema. Herr John Vandaele (Journalist und Energieexperte des Mo-Magazins) forderte die Diskussionsteilnehmer auf, Stellung zu beziehen. Die Debatte wurde eröffnet und die Teilnehmer tauschten sich aktiv über die heutigen Realitäten im Energiesektor der Europäischen Union und über die Bedürfnisse von morgen aus.

Der Nachmittag war einem vertieften Austausch über den aktuellen Stand des sozialen Dialogs in den EU-Mitgliedstaaten gewidmet, die auf dem Seminar anwesend fahren. Jede Delegation bereitete eine Präsentation vor, die zu einem intensiven Austausch über die Rolle des sozialen Dialogs im Übergangsprozess führte. Wir haben erfahren, dass die anwesenden Gewerkschaften offen für einen konstruktiven sozialen Dialog zu diesem Thema sind, dass jedoch die Systeme des sozialen Dialogs, die nach der Finanzkrise durch die Politik der EU und der Mitgliedstaaten stark gelitten haben, einer Reparatur und Stärkung bedürfen, um ihre Rolle umfassend zu spielen.

Der zweite Tag begann mit einem sehr interessanten Vortrag über die Deutsche Energiewende von Dr. Lutz Pscherer, Betriebsratsvorsitzender von 50 Hertz - dem deutschen Netzanbieter. Er machte die Auswirkungen des Übergangs auf die Arbeitnehmer im Energiesektor basierend auf realen Lebenserfahrungen sichtbar. Herr Bram Claeys, Generaldirektor der flämischen Organisation für dauerhafte Energie (ODE) fügte der Debatte die Ansichten und Visionen des Sektors der erneuerbaren Energiequellen hinzu. Diese 2 Präsentationen waren der Kraftstoff für eine lebhafte Debatte über die Veränderungen, denen der Sektor und die beteiligten Arbeitnehmer gegenüberstehen.

Herr Bob Van Passen, ehemaliger EBR-Sekretär bei ENGIE, stellte eine bewährte Praxis für proaktive Maßnahmen in einem sich verändernden Sektor vor, indem er das Europäische Sozialabkommen vorstellte, das von den repräsentativen europäischen Gewerkschaftsverbänden EGÖD, FETBB und IndustriALL ausgehandelt wurde. Diese Vereinbarung zeigt, dass der soziale Dialog im Übergangsprozess eine wichtige Rolle spielt.

Die Abschlusspräsentation schenkte der Vision der Arbeitgeber das Wort. Pascal De Buck, CEO der Gastransportgesellschaft FLUXYS, äußerte sich zum künftigen Energiebedarf in der EU.

BIE International VZW ist es gelungen, alle Akteure (Politik, Arbeitgeber, Gewerkschaften) im Energiesektor zusammenzubringen. Das Ergebnis war ein interessantes und erfolgreiches Seminar, das von allen Teilnehmern als sehr gut bewertet wurde.

 

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