Junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt – der soziale Dialog als Weg, um die Bedingungen für gute Beschäftigung zu schaffen

Vom 26. bis 28. Juni 2017 fand in Danzig ein internationales Seminar zum Thema des Seminars lautete "Junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt – der soziale Dialog als Weg, um die Bedingungen für gute Beschäftigung zu schaffen" statt. Das Seminar wurde von KK NSZZ "Solidarność" (Komisja Krajowa NSZZ "Solidarność") mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union organisiert. An der Veranstaltung nahmen Vertreter von Arbeitnehmerorganisationen aus Polen, Bulgarien, Litauen, der Slowakei, Spanien, Portugal, Ungarn und dem Vereinigten Königreich teil.

Das Treffen begann mit Begrüßungsreden von: Tadeusz Majchrowicz, stellvertretender Vorsitzender der Nationalen Kommission der NSZZ "Solidarność", Józef Mozolewski, Vizepräsident der EZA und Präsident der Podlaskie Region von NSZZ "Solidarność", und Marcin Gallo, Vorsitzender der Nationale Jugendabteilung der NSZZ "Solidarność". Alle betonten, dass trotz des Laufes der Zeit und einer Reihe von Initiativen die Situation junger Menschen immer noch schwierig sei. Daher sei es notwendig, die Debatte darüber fortzusetzen, wie die Jugendpolitik verbessert werden könne.

Der erste Seminartag war der Bewertung der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt und den Bildungssystemen in einzelnen Ländern gewidmet. Der Einführungsvortrag von Maria Petrova aus Bulgarien wurde zu einem Beitrag zum weiteren Austausch von Erfahrungen und Diskussionen im Rahmen von Gruppenarbeit. Die Teilnehmer wurden gebeten, den Arbeitsmarkt in jedem Land zu diagnostizieren und Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen ihnen zu identifizieren. Im nächsten Abschnitt wurden dieselben Gruppen gebeten, herauszufinden, was der Arbeitsmarkt und das Bildungssystem sein sollten, um den Übergang von der Ausbildung zur Arbeit zu erleichtern und es möglich zu machen, ohne prekäre Bedingungen auf dem Markt zu bleiben.

Der zweite Tag des Seminars begann mit einer Podiumsdiskussion, an der Andrzej Stępnikowski vom Polnischen Handwerksverband, Sebastian Antczak von der NSZZ "Solidarność" Volkswagen Polska in Posen und Kestutis Mikolajunas von LTU Solidarumas teilnahmen. Die Diskussion wurde von Marcin Gallo von der Nationalen Jugendabteilung der NSZZ "Solidarność" moderiert. Die Diskussionsteilnehmer stellten ihre Ansichten zur Berufsausbildung vor, die ihrer Ansicht nach für den Eintritt in den Arbeitsmarkt am förderlichsten ist und am wirksamsten auf das Problem der Qualifikationsungleichgewichte auf dem Arbeitsmarkt reagiert. Die Teilnehmer sprachen über Erfahrungen des Polnischen Handwerksverbandes, der eine führende Rolle in der beruflichen Bildung in Polen spielt. Volkswagen Polska in Poznan, wo eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und den nahegelegenen technischen und beruflichen Schulen eingeführt wurde, und die in Litauen angewandten Lösungen. Es wurde festgestellt, dass lebenslanges Lernen derzeit von besonderer Bedeutung ist.

In der nächsten thematischen Sitzung stellte Viktoria Nagy, Vizepräsidentin des EGB-Jugendausschusses (SZEF - Ungarische Gewerkschaft), den Aktionsrahmen für Jugendbeschäftigung vor. In ihrer Rede schilderte sie den Teilnehmern nicht nur das Dokument selbst, sondern auch den Verhandlungsprozess anhand ihrer eigenen Erfahrungen. Sie betonte die Beteiligung junger Menschen an der Arbeit der Sozialpartner. Anschließend wurde der Stand der Umsetzung dieses Dokuments in Spanien, der Slowakei, Litauen und Polen vorgestellt.

Das folgende Panel besprach die bestehenden und geplanten europäischen Programme für die Beschäftigung junger Menschen. Die Überprüfung und vorläufige Bewertung wurde von Mateusz Szymański von NSZZ "Solidarność" vorgenommen. Seine Präsentation wurde ergänzt durch eine Diskussion mit Dr. Jan Czarzysty von der Warschauer Wirtschaftsschule, Viktoria Nagy vom EGB-Jugendausschuss, Tamas Varnai, Vertreter der Europäischen Kommission, und Jakub Gontarek vom Lewiatan-Bund. Die Diskussion hat gezeigt, dass die Jugendarbeit fortgesetzt werden muss, um die noch verbleibenden Probleme zu lösen. Es scheint jedoch, dass sich jede Initiative stärker auf die jungen Menschen konzentrieren sollte, die ausgeschlossen sind. Während der Diskussion wurde dem Europäischen Solidaritätskorps, einer neuen Initiative für die Jugend der Europäischen Kommission, viel Raum gewidmet.

Am Ende des zweiten Tages sprach Łukasz Kopeć, der Gewerkschaftsorganisator der NSZZ "Solidarność", über seine Erfahrungen bei der Gewinnung neuer Gewerkschaftsmitglieder in Bereichen wie Handel und Dienstleistungen. Er konzentrierte sich insbesondere auf die Amazon-Kampagne, die von NSZZ "Solidarność" in Zusammenarbeit mit UNI organisiert wird. Dann wurden Beispiele für Kampagnen zur Förderung von Gewerkschaften und sozialem Dialog in Spanien und Polen vorgestellt.

Am dritten Tag diskutierten die Teilnehmer über die Zukunft der Arbeit und die Zukunft junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Den einleitendenr Vortrag hielt Dr. Thomas Prosser von der Universität Cardiff. Er wies darauf hin, dass politische Entscheidungen nicht mehr mit dem wirtschaftlichen Status, sondern mit dem Alter verknüpft seien, was für die Zukunft der Arbeitsbeziehungen von großer Bedeutung sei. Danach nahmen Agnieszka Lenartowicz-Łysik, Sozialberaterin des polnischen Staatspräsidenten (inoffiziell), Radosław Mechliński vom Regionalrat von Dolny Śląsk NSZZ "Solidarność", Jakub Gontarek vom Lewiatan-Bund und Keistutis Mikolajunas von LTU Solidarumas aus Litauen und Patryk Trząsalski vom Regionalrat der Woiwodschaft Großpolen NSZZ "Solidarność" als Moderator an der Diskussionsrunde teil. Sie vertraten die Ansicht, dass die Einstellung sich wandeln müsse: Sollten sich Jugendliche an neue Trends anpassen oder versuchen, sie aktiv zu gestalten? Was sind die Auswirkungen von Automatisierung und Robotik? Dies seien nur einige der Fragen.

Im Anschluss an das Panel zur Zukunft der Arbeit erörterten die Teilnehmer die Empfehlungen zur Gestaltung von Maßnahmen für junge Menschen, die den sozialen Dialog nutzen. Ihr Inhalt lautet wie folgt:

1) Wir können nicht zulassen, dass die junge Generation von Europäern zu einer "verlorene Generationen" wird. Der Verlust von Talenten und Potenzialen ausgeschlossener Jugendlicher kann nicht hingenommen werden. Es ist daher notwendig, Arbeit für junge Menschen fortzusetzen, wie z. B. die "Jugendgarantie". Ihre vollständige Umsetzung, Wirksamkeit und Weiterentwicklung sollte jedoch sichergestellt werden.

2) Bei der Arbeit für Jugendliche muss die Beteiligung der Sozialpartner und der jungen Menschen berücksichtigt werden. Sozialer Dialog und Zusammenarbeit gewährleisten die Wirksamkeit der durchgeführten Aktivitäten und fördern ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

3) Es ist notwendig, eine umfassende Jugendpolitik zu entwickeln, die die verschiedenen Aspekte des Lebens junger Menschen berücksichtigt. Die Erfahrung zeigt, dass in Ländern, in denen solche Politiken vorhanden sind, die Situation junger Menschen besser ist.

4) Es ist wichtig, die am sozialen Dialog beteiligten Organisationen zu stärken. Durch geeignete Rechts-, Bildungs- und Werbemaßnahmen wird die Beteiligung junger Menschen an sozialen Aktivitäten gefördert. Dies erfordert die Zusammenarbeit aller Parteien des sozialen Dialogs.

5) Der soziale Dialog sollte neue Herausforderungen für die moderne Wirtschaft berücksichtigen. Heute sollte die Debatte über die Zukunft von Beschäftigung, Bildung, Arbeitsmarkt, lebenslangem Lernen, beruflicher Mobilität, Automatisierung, Digitalisierung und anderen neuen Prozessen und Phänomenen sowie ihre Auswirkungen auf die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik aufgegriffen werden.

 

 

 

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