Jugend – eine schwache Gruppe auf dem Arbeitsmarkt

Das Seminar „Jugend – eine schwache Gruppe auf dem Arbeitsmarkt“ fand vom 30. Mai bis 1. Juni 2019 in Căciulata / Rumänien statt und wurde mit der Unterstützung von EZA und der Europäischen Union von CSDR / Departamentul Educare - Formare al CSDR (Confederaţia Sindicatelor Democratice din România / Departamentul Educare - Formare al Confederaţiei Sindicatelor) organisiert. Es war Teil der EZA-Projektekoordinierung zum Thema „Jugendbeschäftigung“.

Am Seminar nahmen 41 Vertreter von Arbeitnehmerorganisationen aus Rumänien, Österreich, Bulgarien, Irland, Portugal, der Republik Moldau (als Gäste) und Spanien teil.

Der wichtigste Aspekt des Seminars bestand darin, bestimmte Dinge zur Klärung der Frage herauszuarbeiten, ob junge Menschen tatsächlich eine verwundbare Kategorie auf dem Arbeitsmarkt darstellen.

Aus allen Vorträgen und Diskussionen, die während des Seminars stattfanden, ging hervor, dass junge Menschen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn tatsächlich auf Schwierigkeiten stoßen.

Es wurde eine Betriebsbesichtigung in einem Unternehmen ermöglicht, das im Bereich der Salzindustrie tätig ist und in dem die CSDR eine Schwesterorganisation besitzt. Gemeinsam mit den Gewerkschaftsvertretern wurden die Probleme junger Menschen in diesem Unternehmen besprochen.

Zu den Schlussfolgerungen des Seminars gehörten unter anderem:

  • Alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union müssen sich mit dem Thema der Arbeitskräftewanderung, insbesondere bei jungen Menschen, befassen.
  • Die Berufsausbildung in Berufsschulen wird von jungen Menschen negativ wahrgenommen.
  • Die Mehrheit der jungen Menschen hält die Berufsausbildung für eine minderwertige Art von Bildung.
  • Wir konnten bei jungen Menschen einen exklusiven Fokus auf den Erhalt eines Hochschulabschlusses feststellen.
  • Die Erstausbildung an Schulen und Hochschulen orientiert sich nicht immer an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes und dessen Dynamiken und stimmt damit auch nicht überein.
  • Die Forderung nach einem bestimmten Erfahrungsniveau der jungen Menschen bei der Einstellung sollte durch die Verpflichtung des Arbeitgebers ersetzt werden, sie durch Schulungsprogramme am Arbeitsplatz zu integrieren.
  • Digitale Technologien werden einen Faktor der weltweiten wirtschaftlichen Gleichstellung ausmachen.
  • Die Nutzung digitaler Technologien wird zudem zu einer Gleichstellung der Arbeitsproduktivität führen.
  • Digitale Technologien werden dem Arbeitsmarkt nicht schaden, aber durch die Entstehung neuer Beschäftigungsarten mit Sicherheit große Veränderungen für die Dynamiken des Arbeitsmarktes bedeuten.
  • Es besteht die Hoffnung, dass sich alles positiv und vorwärtsgerichtet entwickeln wird. Natürlich ist dafür Folgendes notwendig: Solidarität, eine ernsthafte Zusammenarbeit und gemeinsame Ziele auf EU-Ebene.
  • Junge Menschen sind eine wichtige Ressource. Sie müssen ermutigt und unterstützt werden, da sie definitiv einen Faktor darstellen, der zu Fortschritt führt.
  • Junge Menschen müssen die Rolle von Gewerkschaften bei der Unterstützung ihrer Träume und Ideale besser verstehen.
  • Gewerkschaften müssen sich stärker in die Lösung der Probleme junger Menschen einbringen.
  • Man kann junge Menschen vielleicht als verwundbare Kategorie ansehen, die gesellschaftliche Solidarität bildet aber mit Sicherheit die notwendige Voraussetzung, die diese Verwundbarkeit beseitigen könnte.

Abschließendes Fazit: Wir müssen nicht den Weg der jungen Menschen erarbeiten, sondern die jungen Menschen auf diesen Weg vorbereiten.

EZA-Bildungsprogramm 2019

Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze: Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“

Deutscher Betriebsrätetag 2019 in Bonn