Brüche auf dem Arbeitsmarkt und die Zukunft der Arbeit in der „No Collar Economy“: politische Herausforderungen für den sozialen Schutz und die Kompetenzvermittlung in der EU

Vom 20. bis 22. September 2019 fand in Sevilla / Spanien ein Seminar zum Thema „Brüche auf dem Arbeitsmarkt und die Zukunft der Arbeit in der „No Collar Economy“: politische Herausforderungen für den sozialen Schutz und die Kompetenzvermittlung in der EU“ statt, organisiert von CEAT (Centro Español para Asuntos de los Trabajadores), mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union.

Am Seminar teilgenommen haben Vertreter von Arbeitnehmerorganisationen aus Belgien, Deutschland, Italien, Litauen, Luxemburg, Malta, Moldawien (als Gäste), den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik und Ungarn.

Die Eröffnungssitzung begann mit den Begrüßungsworten des Präsidenten von CEAT, David Cervera, und des Ehrenpräsidenten des EZA, Bartho Pronk, die die Teilnehmer/innen willkommen hießen. die Ziele des Seminars, Elemente des weiteren Wegs der digitalen Transformation sowie die Herausforderungen von Brüchen auf dem Arbeitsmarkt und die Zukunft der Arbeit vorstellten, die sich in der „No Collar Economy“ abzeichnet.

Unter den Vortragenden sind hervorzuheben: der Europaabgeordnete Pablo Arias, der die von der EU in Bezug auf die Digitalisierung beschlossenen Leitlinien und Entscheidungen als transversalen Prozess erklärte. Sein Vortrag basierte auf konkreten Beispielen und Situationen, in denen neue Technologien eine Rolle spielen, z.B. Arbeitswerkzeuge. Sein Vortrag endete mit der Erklärung, dass der Prozess der Digitalisierung schnell und einfach sein muss, um zu erreichen, Synergien zum Wohle der Qualität der Arbeit, der Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben wirken sowie mit Wettbewerbsfähigkeit und Mobilität in Einklang stehen.

Weitere Vorträge beschäftigten sich mit den Tätigkeitsfeldern der derzeitigen sowie der künftigen Arbeitnehmer/innen, ebenso wie mit der dynamischen Rolle der Innovation. Diese Frage wurde mit äußerst einfachen und gängigen Beispielen dargestellt.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, neue Formen der Beschäftigungsmöglichkeiten kennenzulernen und zu analysieren, die alle Arbeitnehmer – jedoch mehr junge Menschen – betreffen, um eine erste Anstellung zu bekommen. Der Markt ist wechselhaft und braucht nicht nur Arbeitnehmer mit Wissen, sondern auch mit Fähigkeiten und Kompetenzen, um auf die zukünftige Nachfrage eine Antwort zu liefern, denn wie es in einem Vortrag hieß: 6 von 10 Arbeitnehmern mit einer derzeit festen Stelle müssten in Zukunft den Arbeitsplatz wechseln. Die digitale Wirtschaft kann viele Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, weshalb sich der Arbeitnehmer bewusst werden muss, dass er sich im Laufe des Lebens an die Nachfrage des Marktes und der Branche anpassen muss.

Die wichtigsten Themenbereiche waren Digitalisierung am Arbeitsplatz, Wettbewerbsfähigkeit, Mobilität, Anpassung der Arbeitnehmer im Laufe des Berufslebens an neue Situationen, Verflechtung der Arbeitsmärkte und Bildungssysteme.

Ergebnisse der Diskussionen

Als Ergebnis der Vorträge, der Beiträge der Teilnehmer/innen und der runden Tische wurden 10 Beschlüsse gefasst:

1. Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt müssen als Chancen verstanden werden, sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Unternehmen, Unternehmer und gesellschaftlichen Akteure. Sie müssen Alternativen für die Schaffung neuer Arbeitsplätze suchen und diese so regeln und regulieren, dass die Sicherheit gewährleistet und die Arbeitsplatzunsicherheit auf ein Minimum beschränkt wird.

2. Die Auswirkungen der digitalen Wirtschaft als Motor des Wandels und der Schaffung neuer Arbeitsplätze erreichen nicht alle sozialen Bereiche, weshalb CEAT die Umsetzung klarer und genauer Regeln fordert, die die Diversität der Arbeitsplätze so regulieren, dass alle Arbeitsplätze Kontrollen und Steuerkriterien unterliegen.

3. CEAT sieht die Notwendigkeit, das Ausbildungssystem auf allen Bildungsebenen so zu modernisieren, dass das, was die Schüler im Klassenzimmer lernen, direkt mit den Fähigkeiten und Fertigkeiten verbunden ist, die sie später bei der Integration in den Produktionssektor benötigen. Hierfür ist die Erarbeitung von Projekten erforderlich, in denen die Beziehungen zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen gefördert werden.

4. Derzeit gibt es eine Vielzahl von „Kragenfarben bei Arbeitnehmern“, die allmählich in dem Maße verschwimmen, wie neue Arbeitsnischen entstehen. CEAT unterstützt und fördert die Weiterbildung der Arbeitnehmer in den Bereichen Digitalisierung, Fremdsprachen und Innovation sowie technologische Fähigkeiten als Garantie für die Anpassung an die Veränderungen der Arbeitsplätze.

5. Angesichts der Arbeitsplatzunsicherheit, die sich an den neuen Arbeitsplätzen ergibt, die im Rahmen der digitalen Wirtschaft aufkommen, befürwortet CEAT, dass die EU eine klare und einheitliche Regelung für alle Mitgliedstaaten der Union aufstellt.

6. Die Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften mit technologischen Kenntnissen und Fertigkeiten sowie die Notwendigkeit, Arbeitsformen mit mehr manuellen Tätigkeiten beizubehalten, machen es erforderlich, dass sich die sozialen Organisationen bemühen, sich schnell und zügig anzupassen, um die Beschäftigungsfähigkeit aller Arbeitnehmergruppen sicherzustellen.Die CEAT befürwortet die Weiterbildung im Laufe des Berufslebens, sei es über Unternehmen, Universitäten oder gesellschaftliche Akteure, als Element der beruflichen Weiterentwicklung des Arbeitnehmers in den Unternehmen.

7. CEAT lädt traditionelle Gewerkschaften dazu ein, sich voll und ganz in die Entwicklung und digitale Aktualisierung einzubringen, sich an die Veränderungen der Gesellschaft und der Unternehmen anzupassen und ein nützliches Werkzeug in der heutigen Gesellschaft zu werden.

8. CEAT fördert die soziale Unterstützung der Arbeitnehmer und Gewerkschaften, um den Herausforderungen der digitalen Wirtschaft und der neuen Technologien auf eine Weise gerecht zu werden, die das Berufs- und das Privatleben in Einklang bringt und das Niveau der Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitnehmer beibehält.

9. Die neuen Technologien und die künstliche Intelligenz müssen es uns erlauben, Antworten zu finden, die die Regierungen und gesellschaftlichen Akteure nutzen müssen, um neue Vorhaben zu schaffen, die Arbeitsplätze begünstigen und den Wohlfahrtsstaat garantieren. Es ist äußerst wichtig, auf die Forderungen nach Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu reagieren.

10. Intensivierung der öffentlich-privaten Zusammenarbeit als integrierender Faktor der Bemühungen für die Gewährleistung maximaler Beschäftigungsfähigkeit.

 

EZA-Bildungsprogramm 2019

Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze: Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“