Arbeitnehmerorganisationen für Gesundheit und Sicherheit

Vom 5. bis 6. Dezember 2019 fand in St. Julians, Malta, ein Seminar über „Arbeitnehmerorganisationen für Gesundheit und Sicherheit“ statt, das von UHM (Union Ħaddiema Magħqudin) mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union organisiert wurde.

An dem Seminar nahmen 45 Vertreter von Arbeitnehmerverbänden aus Malta, Portugal, Serbien, Polen, Rumänien, Nordmazedonien, Bulgarien und der Tschechischen Republik teil.

Der wichtigste Aspekt des Projekts war die Bereitstellung von Informationen und die Präsentation von Erfahrungen darüber, wie Herausforderungen im Zusammenhang mit Gesundheit und Sicherheit angegangen werden sollten. Besonderes Augenmerk wurde auf die Erläuterung der verschiedenen Aspekte gelegt, die sich auf die Veränderung von Mustern auf Marktebene auswirken und Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit (G & S) wie Technologie, Globalisierung, Mobilität und neue Beschäftigungsformen haben. Die unterschiedlichen und hochrangigen Profile der beteiligten Redner haben eine umfassende Diskussion ermöglicht und ein vollständiges Bild der Situation geliefert, insbesondere die Perspektiven verschiedener EU-Länder und auch verschiedener Wirtschaftssektoren. Einige Präsentationen haben sich auf die Bedeutung der Prävention konzentriert. Dazu gehört beispielsweise die Präsentation der Arbeitsschutzbewertung als Standardpraxis, die an jedem Arbeitsplatz vorhanden sein sollte. Während des gesamten Seminars konnte besser dargelegt werden, wie Arbeitnehmerorganisationen dazu beitragen können, positive Effekte zu erzielen, insbesondere wie ihr Handeln in neue Realitäten umgesetzt werden kann. Eine der diskutierten Ideen besteht darin, verfügbare Online-Lösungen wie OIRA (Online Interactive Risk Assessment) auch von Seiten der Arbeitnehmerorganisationen umfassender zu nutzen. Mental H & S (Psychische Gesundheit & Sicherheit) war auch ein Thema, das während des Workshops behandelt wurde, ausgehend von der Tatsache, dass wir alle während unseres langen Arbeitslebens irgendwann auch für kurze Zeit einige Probleme mit der psychischen Gesundheit haben werden und dass es Werkzeuge gibt, die am Arbeitsplatz eingerichtet werden könnten, um solche Probleme nicht nur zu begrenzen und zu verhindern, sondern auch, wie sie erkannt und angegangen werden können.

Geschlechterfragen und Arbeitsschutz waren dank des Beitrags verschiedener Redner und des Publikums ein zentrales Thema, das ausführlich vorgestellt und diskutiert wurde. Die spezifischen Bedürfnisse von Frauen sollen bei der Gestaltung der Arbeitsschutzrichtlinien und auch bei der Gestaltung der Arbeitsschutzausrüstung stärker berücksichtigt werden. Darüber hinaus wurde die Notwendigkeit einer starken Kombination von Arbeitsschutz und anderen Wohlfahrtspolitiken zugunsten von Frauen als Schlüsselelemente identifiziert, um eine stärkere Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt zu fördern, was für mehrere der teilnehmenden Länder ein Problem darstellt.

Fälle und Praktiken wie die von UHM für Hafenarbeiter eingeführten wurden vorgestellt und diskutiert, um Vorschläge und Beiträge zu erarbeiten, um ähnliche Lösungen auch an anderer Stelle zu übernehmen.

Industrie 4.0 stellt zusätzliche Herausforderungen dar und es wurde eine umfassende Präsentation vorgestellt, um zu ermitteln, welche Bereiche die Industrie 4.0 betrifft und welche neuen Herausforderungen für G & S damit verbunden sind.

Die Teilnehmer waren auch in verschiedenen Phasen aktiv beteiligt. In erster Linie präsentierten und tauschten sie Erfahrungen und Lösungen aus, die auf Länderebene angenommen wurden. Zweitens nahmen sie an einer kollektiven Übung teil, die darauf abzielte, Arbeitsschutz im Hinblick auf die Kommunikationsherausforderungen und die damit verbundenen Lösungen zu bewerten.

Am Ende des Workshops waren die Teilnehmer aktiv an einer kollektiven Übung zur Kommunikation von Arbeitsschutz beteiligt. Ausgangspunkt waren die Probleme in Bezug auf das Thema an sich. G & S ist aus mehreren Gründen schwierig zu kommunizieren, und deshalb müssen Arbeitnehmerorganisationen sorgfältig überlegen, wie sie mit der Angelegenheit umgehen sollen.

Die Teilnehmer konnten die Hauptakteure für Arbeitsschutz (Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Familien und Verbraucher) identifizieren und unterscheiden, die Hauptbotschaften, die jeder Zielgruppe mitgeteilt werden sollten, und die verschiedenen Kanäle, die zur Maximierung der Auswirkungen verwendet werden sollten.

Das Projekt befasste sich mit einem Thema, das insbesondere von Arbeitnehmerorganisationen immer beachtet werden muss. Die Arbeitsmarkttrends auf internationaler Ebene führen zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in bestimmten Sektoren und zu der Unzulänglichkeit, neue Herausforderungen wie die psychische Gesundheit und Industrie 4.0 anzugehen. Die Entwicklung der Wirtschaft hin zu einer Gig-Wirtschaft zusammen mit den anschließenden strukturellen Veränderungen beim Schutz der Arbeitnehmerrechte ist ein allgemeiner Trend, der auf EU-Ebene zu beobachten ist. Angesichts der jüngsten Entwicklungen war es für Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbände sehr wichtig, die Faktoren zu kennen, die diese Änderungen bestimmen, um besser erkennen zu können, wie mit ihnen umgegangen werden soll, und sie in wirksame Arbeitsschutzrichtlinien umzusetzen.

Das Seminar war daher ein ideales Forum für Arbeitnehmervertreter, um ihre Rolle und ihren möglichen Beitrag zum Thema sowie während der Diskussionen besser zu verstehen.

Projektergebnisse:

  •  Die Teilnehmer hatten einen detaillierten Überblick über den verfügbaren Arbeitsschutz
  • Die Teilnehmer mussten sich mit verschiedenen Lösungsarten für das diskutierte Problem auseinandersetzen, sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene
  • Die Teilnehmer schätzten das Thema und die verschiedenen Herausforderungen im Zusammenhang mit Arbeitsschutz, insbesondere Fragen der psychischen Gesundheit, Technologie sowie die Geschlechterfrage
  • ● Die Teilnehmer konnten die wichtigsten Kommunikationsziele, Nachrichten und Kanäle im Zusammenhang mit dem Arbeitsschutz identifizieren

Die betroffenen Organisationen vertreten die Bedürfnisse der Arbeitnehmer, und es ist von höchster Wichtigkeit, Ideen und Methoden auszutauschen, wie die neuen Herausforderungen im Zusammenhang mit Arbeitsschutz angegangen werden können. Für Vertreter von Arbeitnehmerorganisationen ist es auch wichtig, die künftige Dynamik und mögliche Entwicklungen auf Makroebene zu verstehen, um einen besseren Beitrag zur Politikentwicklung und -gestaltung zu leisten. Alle Teilnehmer können die während des Seminars bereitgestellten Informationen und Daten in ihrer täglichen Arbeit verwenden.

EZA-Bildungsprogramm 2020

Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze: Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“