Arbeitnehmer ab 50 – Grüne und digitale Arbeitsplätze, Robotik und wirtschaftliche Trends und neue Technologien: Bewältigung von Herausforderungen bei neuem Wissen und neuen Fähigkeiten durch schulische und berufliche Bildung und Umschulung und die Rolle

Vom 16. bis 18. Mai 2018 fand in Limassol, Zypern, ein Seminar zum Thema „Arbeitnehmer ab 50 – Grüne und digitale Arbeitsplätze, Robotik und wirtschaftliche Trends und neue Technologien: Bewältigung von Herausforderungen bei neuem Wissen und neuen Fähigkeiten durch schulische und berufliche Bildung und Umschulung und die Rolle der Gewerkschaften“ statt, das mit der Unterstützung von EZA und der Europäischen Union von KIKEA-DEOK (Zypriotisches Institut für Ausbildung/Bildung und Beschäftigung) organisiert wurde. Das Seminar war Teil der EZA-Projektkoordinierung über „Arbeiten und leben in einer digitalisierten Welt“. Am Seminar nahmen Vertreter von Arbeitnehmerorganisationen aus Zypern, Griechenland, Spanien, der Slowakei, Tschechien, Bulgarien, Italien, Litauen, Rumänien, Portugal und Estland teil.

Das Seminar bot Gewerkschaftsführern und anderen Arbeitnehmerorganisationen sowie anderen Beteiligten eine ausgezeichnete Gelegenheit, Hauptvorträgen von Experten zu digitalen Entwicklungen, Entwicklungen in der Robotertechnik und Entwicklungen des Arbeitsmarktes in einer ökologischen Wirtschaft, insbesondere zu relevanten Berufsbildungsanforderungen zuzuhören und darüber zu diskutieren. Forschungen und Statistiken zu neuen Trends im Bereich von Weiterbildungsmaßnahmen wurden im neu entstehenden Bereich und in neu entstehenden Tätigkeiten im Seminar vorgetragen und darüber beraten. Die Gewerkschaftsteilnehmer im Seminar teilten Vorträge und Beobachtungen über bewährte Methoden für die Ausbildung auf nationaler, regionaler und EU-Ebene.

Das Seminar steigerte die Fähigkeiten der Teilnehmer, einen wirksamen sozialen Dialog in den neuen, vielversprechenden Tätigkeiten im digitalen Bereich, in der Robotertechnik und in einer umweltverträglichen Technologie und einem Beschäftigungswachstum zu fördern und voranzutreiben. Die Teilnehmer erwarben neue wertvolle Kenntnisse und Fähigkeiten in der digitalen und Robotertechnologie sowie in der ökologischen Wirtschaft, um im betreffenden sozialen Dialog ergebnisorientierter und wirksamer zu sein. Der soziale Dialog kann durch den Austausch neuer Ansichten, Ideen, Erfahrungen, bewährter Methoden und auch von Misserfolgen bei der politischen Umsetzung auf nationaler und/oder EU-Ebene betreffend die Nutzung und Ausnutzung neuer Möglichkeiten im digitalen Bereich, in der Robotertechnik und der ökologischen Wirtschaft zur Schaffung von Jobs erreicht werden.

Die folgenden Themenfelder wurden diskutiert:

  • Politik und strategische Planung im Namen der Regierung
  • Europäische Säule sozialer Rechte
  • Umweltverträgliche Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt – Die Ansicht der EU
  • Nationale Länderberichte zum umweltverträglichen Arbeitsmarkt, zur Digitalisierung und neuen Technologien und Herausforderungen für Arbeitnehmer 50+
  • Arbeitnehmer 50+: Herausforderungen für neues Wissen und neue Fertigkeiten durch Weiterbildungsmaßnahmen und Umschulungen
  • Geschlechter, Arbeitsmarkt und neue Technologien
  • Bildung in der ökologischen Wirtschaft und Technologie und soziale Ausgrenzung
  • Arbeitnehmer 50+: Gesetzgebung und aktuelle Situation in Zypern im Bereich Gesundheit und Sicherheit

Ergebnisse

Unternehmen, Einzelpersonen und Verbraucher müssen neue Fertigkeiten erwerben, um wettbewerbsfähig zu sein und ihre Jobs weiter ausfüllen zu können. Die Robotertechnik und künstliche Intelligenz wird unser Leben stark beeinflussen, da Tätigkeiten entstehen werden, die es heute noch nicht gibt. Außerdem werden Lohnveränderungen neue Verhältnisse schaffen, so dass der soziale Dialog daher um diese Fragen kreisen sollte.

Während der kommenden beiden Jahrzehnte werden 40% der Tätigkeiten verloren gehen und durch Robotertechnik ersetzt werden. Ausbildungssysteme müssen sich darauf einstellen, um die Ausbildung für qualitativ hochwertige Tätigkeiten zu erleichtern. Diese Anpassung muss am Arbeitsplatz selbst durch lebenslanges Lernen erfolgen.

Die Hauptfertigkeiten, die für die Entwicklung einer angemessenen Geschäftstätigkeit erforderlich sind, sind fachliche und praktische Fertigkeiten, gefolgt von Kundenmanagement, Teamarbeit und Fertigkeiten zur Problemlösung, Fertigkeiten der Informationstechnologie, allgemeine und berufsspezifische, administrative und Kommunikationsfertigkeiten (schriftlich oder mündlich) usw.

Damit der Arbeitsmarkt produktiver wird, müssen Staaten eine Sozialpolitik bereitstellen, mit der die Arbeitskräfte Fertigkeiten erwerben können, die an das neue Arbeitsumfeld angepasst sind, während sie gleichzeitig die Chancengleichheit fördern.

Ein gesicherter Zugang zu einer qualitativ hochwertigen und inklusiven Bildung, zur Weiterbildung und Umschulung von Fertigkeiten, zur Verbesserung von Investitionen in nationale Bildungssysteme und Kompetenzen sind Faktoren von entscheidender Bedeutung für eine aktive Beteiligung der Bürger und zur Erleichterung des Übergangs in das neue Arbeitsmarktumfeld. Es besteht die zwingende Notwendigkeit, die Beschäftigungs- und Produktivitätsraten zu steigern.

Die Beteiligung von Sozialpartnern an der Gestaltung und Umsetzung der Arbeitsmarktpolitik unterscheidet sich zwischen den Mitgliedsstaaten deutlich. Im Rahmen einer stärkeren Dezentralisierung ist die Koordination von Tarifverhandlungen und Vertretungsstrukturen von Arbeitnehmern wichtig.

Sozialsicherungssysteme müssen einen besseren Schutz vor sozialer Ausgrenzung und Armut bieten. Investitionen in die erwerbsfähige Bevölkerung sind, einschließlich der Bereitstellung von Kinderbetreuung, für die Erreichung einer inklusiven Beschäftigung und nachhaltiger öffentlicher Finanzen notwendig.

Die Beschäftigungsrichtlinien wurden ergänzt und enthalten nun die Grundsätze der europäischen Säule sozialer Rechte. Die neue Richtlinie legt den Fokus stärker auf eine qualitativ hochwertige und inklusive Bildung, Ausbildung und das lebenslange Lernen, die aktive Integration von Menschen mit Behinderungen, das Recht auf gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, das Recht auf frühzeitige Bildung und Betreuung sowie flexible Arbeitsvereinbarungen. Der Titel dieser Richtlinie wurde gemäß der Säule um das Konzept des Zugangs zu Beschäftigung ergänzt.

Die Globalisierung führt zu einer Ausweitung der Märkte, d.h. einer steigenden Nachfrage, insbesondere seitens der Verbraucherinnen. Ein großer Teil des Marktes wird offensichtlich von Arbeitnehmerinnen abgedeckt. Die Änderungen auf dem Arbeitsmarkt haben die Demontage des traditionellen Modells industrieller Beziehungen mit sich gebracht, das bisher Stabilität in Arbeitsbeziehungen, Vollbeschäftigung, klare Arbeitszuteilungen und klare Aufgabenbeschreibungen, eine gewerkschaftliche Abdeckung und Sozialversicherungen genoss. Die neuen Beschäftigungsformen zeichnen sich im Verhältnis dazu durch Instabilität und Unsicherheit aus.

Die neuen Beschäftigungsformen betreffen insbesondere Frauen in Bezug auf die Beschäftigung und deren Familien, neue Technologien, Homeoffice-Tätigkeiten, Telearbeit, Teilzeitbeschäftigung, soziale Unsicherheit und soziale Sicherung und die Gewerkschaftsbewegung. Die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ist immer noch basierend auf dem „perfekten Arbeitnehmer“ mit traditionell „männlichen“ Eigenschaften geprägt. Diese Nachfrage erfüllt offensichtlich nicht die Anforderungen zur Abdeckung des anhaltenden Bedarfs von Familien an Betreuung, Beaufsichtigung, Lebensmitteln, Gesundheitspflege usw.

Die ökologische Wirtschaft stellt Wohlstand und soziale Gerechtigkeit sicher, während sie gleichzeitig die Gefahren in der Umwelt deutlich senkt und umweltbedingte Schwächen lindert.

Eine unparteiische und gerechte ökologische Wirtschaft muss versuchen, den sozialen Kontext, Geschäftsbeziehungen und Machtverhältnisse zu ändern, welche die Grundlage für Armut, Ungleichheit und andere Nachteile bilden.

Das Erreichen einer ökologischen Wirtschaft verlangt nicht nur innovative Lösungen, sondern auch das Wissen und die Weisheit lokaler Bevölkerungen, unterstützt durch ein wissenschaftliches Verständnis und technologische Grundlagen.

 

EZA-Bildungsprogramm 2019

Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze: Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“

Deutscher Betriebsrätetag 2019 in Bonn