Inklusiver Arbeitsmarkt

Ein Seminar zum Thema „Inklusiver Arbeitsmarkt“ fand vom 13. bis 16. September 2018 in Oradea, Rumänien, statt. Es wurde mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union von IFES (Institutul de Formare Economică şi Socială) organisiert. Am Seminar nahmen 42 Vertreter von Arbeitnehmerorganisationen aus 10 Ländern (Albanien, Bulgarien, Zypern, Tschechien, Litauen, Moldawien, Serbien, der Slowakei, Spanien und Rumänien) teil.

Was war der wichtigste Aspekt des Seminars?

Das Seminar gab Arbeitnehmerorganisationen, insbesondere Gewerkschafts-vertretern, die Möglichkeit, etwas über die Arbeitsmarktrealität in verschiedenen EU-Ländern (Europäische Union und Beitrittskandidaten) zu erfahren und darüber zu sprechen. Schwierigkeiten, wie die Qualität der Arbeitsplätze, die Bereitschaft der Menschen, einen Arbeitsplatz zu haben, was sie tun sollen, um ihre Arbeit zu behalten, die Rolle und der Beitrag der Gewerkschaften, um die Inklusivität des Arbeitsmarktes zu gewährleisten, wurden während der gesamten 3 Tage des Seminars von Rednern und Teilnehmern angesprochen.

Warum war das Seminar gerade jetzt so wichtig?

Die Situation in den teilnehmenden Ländern ist unterschiedlich. Auf der einen Seite haben Menschen in den osteuropäischen Ländern Schwierigkeiten damit, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, da sie nicht über die notwendigen Qualifikationen verfügen, da sie die Auswahlkriterien der Arbeitgeber nicht erfüllen oder da die Tätigkeiten aufgrund unzufriedenstellender Löhne nicht attraktiv sind. Auf der anderen Seite beklagen Arbeitgeber einen Mangel an Arbeitskräften, eine mangelhafte Ernsthaftigkeit am Arbeitsplatz und Mitarbeiterfluktuationen. Und noch stärker suchen viele junge Menschen nach Arbeit und es gibt eine starke Bewegung der Arbeitskräfte innerhalb und in ganz Europa. Vielen Menschen üben derzeit eine Beschäftigung aus, die sie nicht aus der Armut herausbringt.

Der Arbeitsmarkt in Europa ist nicht inklusiv. Die Situation scheint kritisch und zeigt, dass die tatsächliche Politik keine Wirkung mehr zeigt. Die Sozialpartner sollten angehört werden, die Situation in den verschiedenen Ländern sollte diskutiert und verglichen werden und die wichtigsten Ergebnisse sollten an die Behörden weitergegeben werden.

Welche Themenfelder wurden besprochen?

-Für ein sozialeres Europa? Eine Evaluation des Potenzials der jüngsten Initiativen der Europäischen Kommission zur Förderung eines inklusiveren Arbeitsmarktes.

-Europäisches Semester. Was ist das? Wie geht es dem aktuellen Arbeitsmarkt?

-Der Zustand der Inklusivität des aktuellen Arbeitsmarktes? Wie kann der Vorschlag der Europäischen Arbeitsbehörde den Menschen dabei helfen, einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt zu bekommen?

-Ist der europäische Arbeitsmarkt inklusiv? (Puzzle)

-Eine sich verändernde Arbeitswelt erfordert neue Ansätze, um einen inklusiven Arbeitsmarkt sicherzustellen.

-Ist Bildung der Schlüssel für den Zugang zum Arbeitsmarkt? Welche Art von Bildung?

-Der Arbeitsmarkt und seine Bedeutung für die Gemeinden. Wie können öffentliche Behörden benachteiligten Menschen dabei helfen, Zugang zum Arbeitsmarkt zu bekommen.

-Die Rolle gemeinschaftsfördernder Strukturen bei der Schulung der ländlichen Arbeitskräfte in Ballungsräumen.

-Bewährte Methoden im aktuellen sozialen Dialog. Perspektiven für einen inklusiveren Arbeitsmarkt.

Seminarergebnisse

Durch die von den Rednern am ersten Seminartag eingeführten Themen erhielten wir eine echte Perspektive auf die aktuelle Prognose für ein soziales Europa. Die Sozial- und Arbeitspolitik scheint bei der Europäischen Kommission wieder Vorrang zu haben. Seit der Annahme der Europäischen Säule sozialer Rechte ist die soziale Agenda auf die europäische Agenda vorgerückt. Dennoch zeigt die Analyse des Berichts des Europäischen Semesters, dass es in der Zwischenzeit nicht wirklich viele konkrete Ergebnisse gibt.

Der zweite Tag konzentrierte sich auf die konkreten Merkmale des Arbeitsmarktes in den verschiedenen EU-Ländern. Natürlich ist der Arbeitsmarkt eine umfassende und vielfältige Realität. Die Organisatoren des Seminars schlugen vor, einen Tag lang ein Bild des europäischen Arbeitsmarktes zu zeichnen: so präsent, so konkret und so nah an der Realität wie möglich. Das Bild des europäischen Arbeitsmarktes wurde in der Form von kurzen Vorträgen zu Projekten, Situationen, Beispielen aus den Medien und persönlichen Erfahrungen unterstrichen. Die Vorträge umfassten auch eine Fabrik, in der junge Menschen dazu ermutigt wurden, dort eine Stelle zu übernehmen oder die über ein gutes Praktikumsprogramm verfügt, ein Projekt für ältere Menschen, während dem sie dabei unterstützt werden, ihre Stelle zu behalten, indem sie berufliche Kompetenzen auf den neuesten Stand bringen, eine besondere Situation mit einer Person mit Behinderungen, die eine Stelle erhalten hat, ein Projekt für arme Menschen, um deren Qualifikation zu verbessern und eine Stelle zu finden, der Fall einer Person aus dem ländlichen Raum, die eine sehr gute Stelle gefunden hat, und so weiter, ein Projekt, durch das Menschen in Strafanstalten dabei unterstützt werden, sich auf das Leben nach ihrer Entlassung vorzubereiten. Das Bild, das sich nach der Zusammensetzung des Puzzles ergibt, zeigt die Vielfalt der Aspekte im Zusammenhang mit der Inklusion des Arbeitsmarktes, die Fehlfunktionen und Mittel, mit denen die sozialen Akteure versucht haben, die mangelnde Effizienz der öffentlichen Politik auszugleichen.

Am letzten Tag diskutierten die Teilnehmer auch über praktische Aspekte (Merkmale des tatsächlichen Arbeitsmarktes, die Bedeutung von Bildung) und über einige Lösungen für sehr sensible Lebensbereiche (arme Nachbarschaften in Großstädten und in ländlichen Gebieten um Großstädte herum). Zum Abschluss sprachen wir über den sozialen Dialog (wie funktioniert er in unserem Alltag und in unseren Ländern, wie stark befassen sich Gewerkschaften mit dieser Art von Problemen).

Der wichtigste Teil des Seminars behandelte praktische Fragen und Lösungen. Das Engagement der Teilnehmer war absolut. So hörten sich alle aufmerksam die Fälle, Zahlen und Lösungen an, die von anderen vorgestellt wurden. Diese Lösungen konzentrierten sich auf die Einbindung der Sozialpartner in die Integrationsprojekte des Arbeitsmarktes, insbesondere durch den sozialen Dialog auf lokaler und nationaler Ebene, durch den Aufbau von Netzwerken mit dem Ziel der Verbreitung bewährter Methoden, sofortiger Berichte zu Situationen, in denen der Zugang zum Arbeitsmarkt oder die Aufrechterhaltung von Arbeitsplätzen vermeintlich missbraucht oder gesetzeswidrig behandelt wird. Es gab Diskussionen darüber, inwieweit unterschiedliche Möglichkeiten zur Befassung mit den Problemen an anderen Orten, in anderen Ländern geeignet sind. Alle Seminararbeiten und die verschiedenen Vorträge stehen allen Teilnehmern zur Verfügung, sie können die Seminarideen und -informationen also bei ihrer täglichen Arbeit nutzen.

 

EZA-Bildungsprogramm 2019

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Deutscher Betriebsrätetag 2019 in Bonn