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Europäische Union und Mittelmeerraum: Arbeit, Legalität, Migration und Integration

Vom 25. bis 27. Mai 2018 fand in Pantelleria / Italien ein Seminar zum Thema „Europäische Union und Mittelmeerraum: Arbeit, Legalität, Migration und Integration“ statt, welches von EFAL zusammen mit MCL und EZA organisiert und von der EU finanziert worden ist. An dem Seminar nahmen 63 Delegierte aus sechs europäischen Ländern teil: Italien, Österreich, Malta, Kroatien, Spanien und Portugal.

Pantelleria gehört zu einer der sizilianischen Inseln der Gemeinde Trapani und befindet sich im Mittelmeer zwischen Sizilien und der Küste Tunesiens. Seit Beginn der Bootsüberfahrten im Mittelmeer war und ist die Insel Anlaufstelle für Bootsanlandungen aus Nordafrika. Aus diesem Grund wurde sie zum Seminarort gewählt.

Im Mittelpunkt des Seminars stand die Debatte um ein kohärentes Szenario für den Mittelmeerraum, in dem die Arbeit wieder ins Zentrum der Förderung und der Integration der Ankommenden rückt.

Die Bedeutung des Mittelmeerraums innerhalb der EU für diesen Prozess wurde zu Beginn des Seminars vom Präsidenten von MCL, Carlo Costalli, unterstrichen.

Giovanni La Vita, Europaabgeordneter, betonte die Wichtigkeit der Schaffung einer einheitlichen europäischen Migrations- und gemeinsamen Außenpolitik und hob hervor, dass hierfür mehr Ressourcen notwendig seien als heute zur Verfügung stünden.

Prof. Andrea Ruggeri von der Universität Oxford mahnte in diesem Zusammenhang die Entwicklung weitsichtiger Politikentwürfe an, die nicht nur auf unmittelbare Maßnahmen ausgerichtet sein dürften.

Monsignore Domenico Mogavero, Bischof von Mazara del Vallo, wies auf die geographische Situation Siziliens hin, das „auf der einen Seite die äußerste Peripherie Europas darstellt, aber auf der anderen Seite in erster Linie als Brücke zwischen Afrika und Europa dient“.

Über die Migrationssituation in Malta – in vergleichbarer geographischer Insellage wie Sizilien – sprach Jason Azzopardi, ehemaliger Minister und Abgeordneter Maltas.

Alle Referenten des Seminars betonten die Bedeutung der Arbeit für die Förderung und Integration der ankommenden Migranten und äußerten große Besorgnis über die anhaltende Arbeitsausbeutung und Ausnutzung.

Im Mittelmeerraum ändert sich die demographische Entwicklung. Dies ist auf zwei Faktoren zurückzuführen: eine sehr niedrige Reproduktionsrate im Süden und eine Abwanderung, die sowohl in das Ausland als auch in andere Regionen stattfindet. Heute kann daher die Ankunft von Migranten in manchen Gebieten eine Ressource sein.

Seitens der Arbeitnehmerorganisationen muss auf würdige Arbeit und soziale Integration von Migranten geachtet werden. Das Instrument, das der Person Würde und Arbeit garantieren kann, bleibt auf europäischer Ebene der soziale Dialog. Die Entwicklung einiger europäischer Politikbereiche wie soziale Eingliederung, Antidiskriminierung, Einwanderung und Integration als Instrumente zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und zur Förderung eines integrativen Europas sind aktive Bestandteile des sozialen Dialogs.

Das Seminar wurde mit einer Podiumsdiskussion abgeschlossen, bei der die teilnehmenden Länder die Möglichkeit hatten, verschiedene Aufnahmesysteme und gut laufende Integrationspraktiken vorzustellen und zu diskutieren.

Wie Piergiorgio Sciacqua, Co-Präsident von EZA, zum Abschluss des Seminars unterstrich, sollen Arbeitnehmerorganisationen im sozialen Dialog ihre Rolle als Wächter der Würde von Arbeit und sozialer Inklusion wahrnehmen.



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