Verjüngung der Arbeitnehmerorganisationen, um Kapazitäten und Kenntnisse zu entwickeln

Vom 29. November bis 1. Dezember 2018 fand in Lissabon ein Seminar mit dem Titel „Verjüngung der Arbeitnehmerorganisationen, um Kapazitäten und Kenntnisse zu entwickeln" statt, welches vom CIFOTIE (Centro Internacional de Formação dos Trabalhadores da Indústria e Energia) mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union organisiert wurde. Am Seminar nahmen 38 Vertreter von Arbeitnehmerorganisationen aus Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und Litauen teil.

Auswertung der Projektergebnisse

Die Erneuerung von Arbeitnehmerorganisationen ist ein grundlegender Aspekt der Innovation und Entwicklung der Fähigkeiten und Kompetenzen von Arbeitnehmerorganisationen.

Mit der immer kleiner werdenden Welt (vor etwas mehr als einem halben Jahrhundert dauerte eine einfache Reise 80 Mal länger als heute, und die Informationen sind nur noch einen Klick entfernt) werden immer häufiger neue Fähigkeiten benötigt, und vor allem die jüngeren Generationen müssen ständig neue Fähigkeiten erwerben.

Europa und die Europäische Union sowie ihre Arbeitnehmer benötigen in dieser globalisierten Welt, in der eine neue Generation von Arbeitgebern neue Fähigkeiten mit Konzepten des neoliberalen Kapitalismus einsetzt, zunehmend neue Strategien innerhalb ihrer Organisationen.

Die neuen Generationen, die mit neuen Fähigkeiten und Kompetenzen zusammen mit einer Generation von Gewerkschaftsmitgliedern von "reifen Jugendlichen" besser neue Strategien entwickeln können, sei es im Sozialen Dialog als auch in der Unterstützung von Arbeitnehmern, die zunehmend keine Arbeiter sind, sondern Personen mit Kenntnissen, die durch langjährige Ausbildung erworben wurden und zunehmend leistungsfähig, informiert und anspruchsvoll werden.

Daher hatte dieses Projekt vier Ziele:

  1. Die neuen Formen der Erneuerung von Gewerkschaftern in der EU;
  2. Junge Menschen, neue Ideen für die Gewerkschaftsbewegung;
  3. Junge Gewerkschaftsmitglieder und sozialer Dialog (Neue Verhaltens- und Denkweisen);
  4. Nachhaltigkeit der Gewerkschaften in der EU.

Die Ergebnisse sollen den in den Gewerkschaften der Europäischen Union vorherrschenden „Status quo" verändern und als Mittel zur Veränderung wurde Folgendes aufgegriffen:

Neue Strategien zur Sensibilisierung und Rekrutierung junger Gewerkschaftsmitglieder

Wie kann das Bewusstsein junger Menschen für die Welt der Gewerkschaften zu ihrem eigenen Nutzen und für die Entwicklung und eine gerechtere und bessere Welt am Arbeitsplatz gesteigert werden? Gute soziale Praktiken sind der Schlüssel, um junge Menschen zu mobilisieren und sie gleichzeitig als potenzielle Teilhaber von Unternehmen zu gewinnen, so dass sie an sozioökonomischen Entscheidungen beteiligt sind.

Die Respektlosigkeit junger Gewerkschaftsmitglieder

Junge Menschen gelten als respektlos, weil sie rebellisch sind und Dinge nicht akzeptieren oder sich an sie anpassen, nur weil sie es tun müssen, und somit den Organisationen eine neue Denkweise eröffnen. Neue Verhaltensweisen und Handlungen in den Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Die neue Nachhaltigkeit der Gewerkschaften in der EU

Als wichtigste Schlussfolgerung können wir den Interessenkonflikt zwischen Demokratie und Kapitalismus anführen, der zu dem Punkt zurückgekehrt ist, an dem der „Markt" die staatlichen Regeln bestimmt. In diesem Zusammenhang ist es von wesentlicher Bedeutung, die interventionistische Macht der organisierten Zivilgesellschaft zur Verteidigung ihrer Interessen, insbesondere durch Gewerkschaften, zu bewegen.

Zusammenfassend stellen wir fest, dass die Leistung der Gewerkschaften für den Aufbau von Sozialstaaten, einer Form der sozialen Entwicklung, unerlässlich ist, entweder durch Forderungsprozesse oder durch direkte und interventive Beteiligung an der Sozialwirtschaft von Unternehmen.

Wir kommen ferner zu dem Schluss, dass die Erneuerung der sozialen Akteure, wie z.B. der Gewerkschaften, mit einer stärkeren Beteiligung junger Menschen durch eine neue Mitwirkung in den Gewerkschaften und damit in der gesamten Wirtschaft und nicht nur in den traditionellen Forderungen erfolgen kann.

Neue Formen der Gewerkschaftsbewegung werden immer notwendiger, weil sich die traditionellen Formen nicht an die neuen technologischen Herausforderungen der Gesellschaft angepasst und innoviert haben, weshalb wir mit einer effektiven direkten Mitwirkung der Gewerkschaften am gesellschaftlichen Leben beginnen müssen.

Entwicklung und Umsetzung der Projektergebnisse

Es wurden Beiträge zur Zukunft von Organisationen entwickelt, mit der Förderung von Ideen und Vorschlägen, die auf der Beteiligung junger Menschen an der Organisationsstruktur von Unternehmen basieren, durch ihre Beteiligung am Gesellschaftskapital, um junge Menschen in die sozioökonomischen Entscheidungen von Unternehmen einzubeziehen.

Diese Form der Beteiligung kann von den Gewerkschaften durch die Gründung von kleinen Anteilseignerclubs unterstützt und organisiert werden.

Diese Lösung bietet den doppelten Vorteil, dass junge Menschen sich in Unternehmen und ihren Gewerkschaftsorganisationen gleichzeitig engagieren, da die Anteilseignerorganisation der Arbeitnehmer über die Gewerkschaften laufen muss.

So nehmen junge Menschen aktiv an der Gestaltung und den Entscheidungen von Unternehmen teil, und die Gewerkschaften werden in einer neuen Gesellschaft durch die Umkehrung des derzeit für die Gewerkschaften angekündigten Sterbezustandes erneuert.

 

EZA-Bildungsprogramm 2019

Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze: Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“

Deutscher Betriebsrätetag 2019 in Bonn