Schritt halten mit der technologischen Innovation: Weiterbildung

Vom 26. bis 28. Oktober 2017 fand in Bergamo, Italien, ein Seminar zum Thema „Schritt halten mit der technologischen Innovation: Weiterbildung“ statt, organisiert von FLC (Fondazione Luigi Clerici), mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union. Das Seminar war Teil der EZA-Projektkoordinierung zum Thema „Digitale Arbeitswelt – technologische Entwicklungen und Veränderungen am Arbeitsplatz“.

Am 26. Oktober eröffnete Dr. Cesana (Generaldirektor der Luigi Clerici-Stiftung) das Seminas und zeigte auf, wie das Thema angegangen werden soll.

Angesichts der immer schnelleren technologischen und digitalen Veränderungen in Europa und der Art und Weise, wie bei der Arbeit mit den Technologien interagiert wird, ist die Bedeutung, über Aus- und Weiterbildung in der digitalen Wirtschaft zu diskutieren offensichtlich.

Die neuen Technologien sind zunehmend allgegenwärtig und bestimmen nicht nur neue Arbeitsweisen, sondern schaffen auch neue Berufsprofile in allen Wirtschaftsbereichen. Deshalb müssen neue Kenntnisse und Fähigkeiten, innerhalb von Unternehmen entwickelt werden, damit diese international wettbewerbsfähig sind. Die Explosion der digitalen Wirtschaft kann neue Arbeitsplätze schaffen. In Anbetracht der Geschwindigkeit der Einführung technologischer Innovationen in Unternehmen scheint die Ausbildung der Arbeitnehmer von zentraler Bedeutung zu sein., Dies gilt sowohl für die Grundausbildung, als auch am Arbeitsplatz, In diesen Bereich gehört die Ausbildung, die den Charakter von Entwicklung und Vollendung (Aktualisierung und Perfektionierung) schon erworbener professioneller Fähigkeiten hat.

Im Seminar wurde daher eine Analyse der ICT – Welt vorgenommen, die sich mit den Auswirkungen in Bezug auf Arbeitsleben und Ausbildung entsprechend der verschiedenen Situationen befasst hat, in denen technologische Innovationen stattfinden.

Oft wird sich auf die soziologischen Aspekte neuer Technologien konzentriert und Probleme im Zusammenhang mit Telearbeit und Mobilität analysiert. Obwohl imSeminar diese Überlegung nicht fehlte, wurde der Blick auch auf die neuen Berufsprofile und der neuen Fähigkeiten gerichtet, die mit den Bedürfnissen der Unternehmen verbunden sind. Ein heute noch offenes Problem, , bezieht sich auf die Reifung der Beziehung zwischen der der Arbeitswelt und der schulischen Sphäre: es ist eine Lücke der Fähigkeiten zu schließen, die zwischen, dem Arbeitsmarkt und der Schule besteht.

Jeder Bereich benötigt sehr spezielle Fähigkeiten und man muss mit jungen Menschen in die richtige Richtung arbeiten. Aus diesem Grund wurde ein Thema angesprochen, das das der betreffenden Orientierung ist: Es ist notwendig, dass ein junger Mensch, der die Mittelschule verlässt, von einem Berater, der den Arbeitsmarkt kennt, auf eine High School ausgerichtet werden sollte.

Ein weiteres zentrales Thema ist die neue „Forma mentis“ (Geisteshaltung) des Lernens: Der Einsatz neuer Technologien im Unterricht mit jungen Menschen ist nicht nur eine Frage der Werkzeuge, sondern mehr eine Frage der Unterrichtsmethodik. Ein auf dem Seminar diskutiertes Thema betrifft die Einführung neuer Methoden für junge Menschen, um eine neue „Forma mentis“ zu schaffen.

Ein weitereres wichtiges Thema war der Fachkräftemangel im Bereich der Technologien.

Mutter Gabriella Grassi unterstrich in wie wichtig es sei, an der ganzheitlichen Bildung der Person zu arbeiten, die menschlichen Aspekte nicht zu vergessen und auszulassen, aber auch zu beachten, dass es Menschen braucht die in der Lage sind, auf einem zunehmend technologisch ausgerichteten Arbeitsmarkt mit allen notwendigen Fähigkeiten eintreten zu können. Daher müssen Schulen, Ausbildungseinrichtungen und die Arbeitswelt notwendigerweise einen ständigen Dialog führen und sich stetig austauschen.

Assessorin Valentina Aprea betonte in ihrem Vortag den Ausbildungsbedarf. Um den Ausbildungsbedarf der derzeitigen Studenten zu erfüllen, sei ein geführtes, fortschrittliches und signifikantes Experimentieren mit dem digitalen Potenzial notwendig.

In Bezug auf diese Thematik, hebt sich der Beitrag der, Dr. Patrizia Graziani, Schulleiterin von Bergamo unterstrich in ihrem Beitrag die Bedeutung, der vom Europäischen Parlament geforderten Kompetenzen. Unter den wichtigsten acht Kompetenzen zeichnet sich das Digitale durch ihre Transversalität aus, und dadurch zu "wissen, wie man mit Zuversicht und kritischem Geist die Technologien der Informationsgesellschaft für Arbeit, Freizeit und Kommunikation einsetzen kann“.

Der Vortrag von Professor Haus betonte die Idee der "Lieferkette". Die Ausbildung neuer Berufsbilder, die in verschiedenen Funktionsebenen in das produktive Gefüge eingefügt werden können, erfordert ein Ausbildungsangebot mit differenzierten Möglichkeiten in Bezug auf Qualität und Quantität der Vorbereitung und Erfahrung. Die Integration zwischen den Kursen, die von den höheren Schulen bis zu Universitätskursen verschiedener Niveaus gehen, ermöglicht es, regelrechte ausbildende "Lieferketten", zu definieren, die auf Themen spezialisiert sind, die den Studenten einen gut charakterisierten Weg bieten, mit der erlaubten Flexibilität der Austritte auf verschiedenen Zwischenstufen. Die "Verwurzelung" der Lieferketten in den verschiedenen Anordnungen und Ausbildungsabläufen ist die Voraussetzung für den Erfolg der Karrieren der Studenten.

Nachfolgend wurden 4 Beiträge von Technologiepartnern vorgestellt, die als Leitfaden das Thema „Innovation in der Didaktik“ hatten:

  • Angelo Dalessandri - Apple Distinguished Educator
  • Chiara D’angelo - Samsung Solution Evangelist
  • Luca Lepore - Cisco Networking Academy Program Manager
  • Alessandra Santacroce - Direktor für institutionelle Beziehungen - IBM Italia Spa

Mehrere wertvolle Hinweise, von denen wir nachfolgend einige Passagen aufführen, stellen das Thema des Seminars am besten dar: Angelo Dalessandri von Apple hat hervorgehoben, wie Ausbildung, Technologie und neue Inhalte die notwendigen und unverwechselbaren Elemente für den Einstieg in die Arbeitswelt und seiner Fortschritte darstellen, dabei betonend, wie man mit Hilfe von Zugänglichkeitsfunktionen, mit Codierungsprojekten und kontinuierlicher Schulung die Berufe der Zukunft unterstützen kann.

Interessant war auch der Vortrag von Dr. Luca Lepore, der die Kluft der digitalen Kompetenzen in Italien betonte und einige Zahlen vorführte, die die aktuelle Situation darstellen - 57% der Menschen besitzen keine digitalen Kenntnisse, 19% der Menschen besitzen fortgeschrittene digitale Kenntnisse und 24% der Menschen besitzen digitale Basiskenntnisse. Dies zeigt, dass die Welt der Bildung und Ausbildung noch nicht zeitgemäß ist, sowie auch die Nachfragen der Unternehmen nach im ICT-Sektor formierten Personen nicht erfüllt werden können. Cisco führt daher einige Interventionen durch Ausbildungsprogramme namens Networking Academy Program Overview durch. Ein Lehrprogramm, das sich auf die Schwerpunkte der Informationstechnologie (ICT), des Networking und der Soft Skills konzentriert.

Cisco arbeitet weltweit zusammen mit Regierungen, gemeinnützigen Organisationen und 10.000 Schulen und Universitäten. Die Kurse werden sowohl in Anwesenheit als auch als Fernunterricht mittels Cloud-basierten Plattformen abgehalten.

Studenten mit unterschiedlichen Schulvorbereitungsstufen erwerben praktische Kompetenzen und Fähigkeiten, die unverzichtbar sind, um im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) arbeiten zu können. Jedes Jahr werden 1 Million Schüler registriert. Im Allgemeinen gingen Berichte von Unternehmen aus dem ICT-Sektor ein, die sich mit verschiedenen Aspekten im Zusammenhang mit den neuen aufstrebenden Berufen befassten, die vom Arbeitsmarkt benötigt werden.

Es wurde die mit der Ausbildung verbundene Dimension und die Bedeutung der Einführung von Unterrichtsmethoden untersucht, die einen anderen und kompetenzorientierten Ansatz bevorzugen, als den des Wissens, ohne dabei die Bedeutung der Entwicklung kultureller Achsen zu vernachlässigen.

Eine angesprochene Methodik war die der "Codierung", eine von den (Computerwissenschaften) entliehene Methodologie, die kognitive und nützliche Fähigkeiten entwickelt, um jegliche Art von Problemen zu bewältigen, auch mit einem hohen Grad an Komplexität, und folglich werden die durch diese Art von Ansatz geschulten Personen, die Möglichkeit haben, sich in jeden Arbeitskontext einfügen zu können.

Nach der Mittagspause wurde ein runder Tisch gestartet, an dem europäische Modelle verglichen wurden, daran nahmen teil:

  • Litauische Erfahrung - Jelena Soms - Dozent - Labour Federation - LDF
  • Spanische Erfahrung - Elizabeth Diaz – Verantwortliche für die Sozialpolitiken – Spanien - Fundació Privada Trinijove
  • Portugiesische Erfahrung - Ana Isabel Valente - Manager Cifotie- Portugal - Cifotie: Internationales Ausbildungszentrum für Arbeiter der Industrie und Energie (Centro Internazionale di Formazione dei Lavoratori Industria e Energia)
  • Rumänische Erfahrung - Catalina Bonciu - Präsidentin der Union der Ausbilder Universität Bukarest - Rumänien - Universität Bukarest "Alma Mater"

Am 28. Oktober nahm Dr. Cesana die Arbeit wieder auf und stellte andere Erfahrungen europäischer Partner vor, die neue Ideen in das Seminar eingebracht haben, darunter:

  • Portugiesische Erfahrung - Maria Reina Martin - Verantwortliche für die Sozialpolitiken - Portugal - Fidestra
  • Litauische Erfahrung - Tomas Kazlauskas - Informationstechnologiemanager – Litauen - JSC Joint Stock Company “SDG” Saugaus Darbo Garantas - Garantie und Sicherheit am Arbeitsplatz

Das Seminar endete mit einem Rundtischgespräch der Konfrontation und der Überlegungen aller Teilnehmer.

Schlussfolgerungen

Das Seminar war ein Experiment für die Wahl, einen Beitrag zu leisten, der auf die Besonderheiten einiger nicht so enger soziologischer Aspekte eingeht.

Die Luigi Clerici Stiftung spielt eine wichtige Rolle für das Wachstum junger Menschen, damit sie mit einem Verantwortungsbewusstsein aufwachsen, dem Grundprinzip, um als Arbeitnehmer der Zukunft zu wachsen.

Der gewerkschaftliche Teil hat eine sehr hohe Verantwortung, bei der sich verändernden Welt der Arbeit. Es ist wie ein unaufhaltbarer Hintergrund, in dem wir uns mit einem großen Verantwortungsbewusstsein hineinversetzen müssen. Die Struktur des Arbeitsmarktes hat sich verändert und die heutigen jungen Menschen erhalten von den Gewerkschaften keinen Vergleich und keine Antworten. Heute bedeutet ein Ausbildungsweg in der Mechanik eine Ausbildung zu machen, die neue Technologien verwendet (Cad, 3D Printing als Beispiel). Der Blick der Sozialpartner und der soziale Dialog sollten sich auf diese Aspekte ausweiten.

IBM, großes multinationales ICT-Unternehmen, verwendet zum Beispiel einen mechanischen Vertrag, weil es in der Vergangenheit mechanische Vorrichtungen hergestellt hat, heute aber offenbart dieser Vertrag Grenzen und sollte aktualisiert werden.

Das Seminar hob auch die Bedeutung der menschlichen Dimension und die der Werte als grundlegendes Element für verantwortungsvolle Entscheidungen hervor, vor allem aber als ein entscheidendes Element in der ICT-Arbeit. Betrachten Sie zum Beispiel die Beziehungsdimension: Softskills, wie relationale oder problemlösende Faktoren, bestimmen die Ergebnisse beim Einsatz neuer Technologien. Emotionale Intelligenz muss in den Aufgaben, die den Einsatz von Technologien beinhalten, weiterentwickelt werden, und dies wird die eigentliche Herausforderung sein: weiterhin eine Ausbildung zu machen, die nicht nur professionell, sondern auch eine ganzheitliche Formung der Person ist. Dieses Thema muss im Mittelpunkt der Analyse innerhalb der Sozialpartner stehen, auch in Bezug auf Auswirkungen und Ausbildung in der digitalen Welt.

 

EZA-Bildungsprogramm 2019

Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze: Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“

EZA-Sonderprojekt für Arbeitnehmerorganisationen im westlichen Balkan