Die Zukunft der Jugend in Europa

Vom 11. bis 14. Mai 2017 fand in Baile Felix, Rumänien, ein Seminar über "Die Zukunft der Jugend in Europa" statt, organisiert von CSDR / Departamentul Educare - Formare al CSDR (Confederaţia Sindicatelor Democratice din România / Departamentul Educare - Formare al Confederaţiei Sindicatelor Demokraten din România), mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union. An dem Seminar nahmen 50 Vertreter von Arbeiterorganisationen aus Bulgarien, Portugal, Tschechien, Spanien und Rumänien teil.

Wir befinden uns derzeit an einem Wendepunkt: "Die technologische Revolution" hat ihre Auswirkungen hervorgebracht und steht kurz davor durch "die digitale Revolution" ersetzt zu werden, die Jugendarbeitslosigkeit hat ein alarmierend hohe Ebenen erreicht, es gibt über 5 Millionen Jugendliche, die in den Ländern der Europäischen Union arbeitslos sind, die Europäische Union ist auf der Suche nach einer neuen Identität, die Euroskepsis manifestiert sich aggressiv, der Brexit wird unerwartete Auswirkungen haben, die Vorhersagbarkeit der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten existiert nicht mehr, das europäische Sozialmodell wird mehr und mehr durch den Neoliberalismus angegriffen, der versucht, ihn durch eine Bewegung zu ersetzen, die die Wettbewerbsfähigkeit als einen Referenzwert unter den Ländern fördert, die Terroranschläge werden immer heftiger, Hunderte von Jugendlichen und Kindern werden Opfer einer der am meisten verhassten politisch-religiösen Manifestation.

Wir fragen uns, welche Zukunft wir für die Jugendlichen gestalten? Werden sie in einem sicheren und wohlhabenden Europa leben, in dem sie ihre Karriere aufbauen, ein Haus haben oder eine Familie gründen können?

Ist die formale Bildung bereit, die Entwicklung von Arbeitsplätzen vorauszuahnen, um ihre Jugendausbildungsstrategie an die Arbeitsmarkttendenzen anzupassen?

Sind die Regierungen bereit, über die Jugend und ihre Zukunft nachzudenken?

Diese Überlegungen und diese Fragen waren der Hauptgrund für die Organisation des Seminars und umrissen die wichtigsten Diskussionsthemen.

Der Staatssekretär des Ministeriums für Öffentlichkeitsbeteiligung und Sozialdialog wurde eingeladen, während des Seminars in die Debatten einzugreifen und daran teilzunehmen.

Auch Vertreter einer Jugendorganisation namens "The Pupils National Council" (Nationalrat der Schüler) wurden eingeladen. Die beiden Vertreter hatten eine Intervention und beteiligten sich aktiv an den Debatten.

Vier Hauptthemen wurden behandelt:

●     Jugendarbeitslosigkeit in verschiedenen europäischen Ländern - Ursachen und Perspektiven;

●     Die Rolle der formalen Bildung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit;

●     Die Rolle der Europäischen Union bei der Begrenzung des Phänomens;

●     Die Rolle der Gewerkschaften bei der Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit und bei der Schaffung einer Strategie, die den Zugang der Jugend auf den Arbeitsmarkt erleichtern würde.

Auf der Grundlage der Vorträge und der Debatten wurden die folgenden Schlussfolgerungen skizziert:

●     Jugendarbeitslosigkeit ist in allen europäischen Ländern ein schwerwiegendes Problem;

●     Es gibt keine einheitliche Strategie, um dieses Phänomen auf EU-Ebene zu bekämpfen;

●     Die formale Bildung könnte eine wichtige Rolle bei der Lösung der Jugendarbeitslosigkeit spielen, wenn die Ausbildungsprogramme an die Entwicklungen des Arbeitsmarktes angepasst werden.

●     Die großen Unternehmen müssen ihre finanzielle Hilfe durch Praktika für Gymnasiasten, Stipendien, Stellenangebote für junge Menschen bereitstellen;

●     Der Arbeitsmarkt muss für die Jugendlichen attraktiver und freizügiger werden

●     Die Gewerkschaften müssen sich stark engagieren und sich aktiv an der Lösung der Jugendarbeitslosigkeit beteiligen, indem sie bestimmte Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt verabschieden und den sozialen Dialog zu diesem Thema beginnen;

●     EZA entwickelte eine Plattform für junge Arbeiter. Wir haben jedem empfohlen, die Aktivitäten der Plattform zu fördern und die Jugendlichen dazu zu ermutigen, auf ihr aktiv zu sein, sich zu informieren, sie zu Rate zu ziehen und Fragen zu stellen, sowie ihre Kommentare hinzuzufügen oder eigene persönliche Erfahrungen zu teilen.

Beschluss des Seminars

Wir können keine Entwicklungsstrategien der Europäischen Union aufbauen, ohne dabei die Jugend zu berücksichtigen. Am Ende werden sich die Auswirkungen dieser Strategien in den Lebensbedingungen, dem Wohlstand und der Sicherheit, die wir ihnen bieten, widerspiegeln.

Wir können keine Zukunft gestalten, die die Bedürfnisse der Jugendlichen, ihre Bestrebungen, ihre Fähigkeit, das zu übernehmen und zu entwickeln, was wir heute für sie denken und tun, nicht berücksichtigt.

Man muss den jungen Leuten mit Aufmerksamkeit, Konsequenz und Geduld zuhören. Wir, die Erwachsenen, können wichtige und nützliche Dinge entdecken, die uns helfen werden, eine bessere und vorhersehbare Zukunft für ihre Hauptbegünstigten zu schaffen - die heutige Jugend.

 

 

EZA-Bildungsprogramm 2019

Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze: Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“

EZA-Sonderprojekt für Arbeitnehmerorganisationen im westlichen Balkan