Sozialer Dialog in Serbien in den Bereichen Bau-und Forstwirtschaft

Die weltweite Finanz-und Wirtschaftskrise hat nicht nur auf Südosteuropa (SEE) eine besondere und starke Wirkung  hinterlassen, sondern auch auf andere Teile Europas, während die Arbeitnehmer diejenigen sind, die am meisten unter den negativen Folgen der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen leiden.
Die Folgen spiegeln sich vor allem in einer Stagnation der Beschäftigung, steigender Arbeitslosigkeit, niedrigen Löhnen und niedrigem Lebensstandard wider.
Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Berliner Mauer ist der erzwungene Wiederaufbau der SEE sozialistischen Wirtschaft, durch eine schnelle Privatisierung und ihrer Platzierung innerhalb der europäischen und globalen Wirtschaft, die einem starken Wettbewerb unterliegt nicht in einem ausreichend Maß einer sozialen Dimension begleitet worden.
Das europäische Sozialmodell, dessen Realisierung die Aufgabe aller Gewerkschaften in SEE formiert darstellt, erfordert einen ständigen Kampf um die Einführung eines einzigartigen Modells einer sozialen Balance.
In diesem Zusammenhang wurde am 12-13 Februar 2013, in Belgrad, ein Seminar zum Thema "Sozialer Dialog in Serbien in den Bereichen Bau-und Forstwirtschaft", das von BIE Int. VZW (Bouw-Industrie & Energie Internationale VZW) in Zusammenarbeit mit AURMW (Autonome Gewerkschaft der Arbeiter für die Straßenerhaltung Serbiens), SGIGM (Gewerkschaft des Baugewerbes von Serbien) und SSSPD ( Gewerkschaft für Forstwirtschaft und Holzbearbeitung von Serbien) veranstaltet wurde. Das Seminar wurde im Rahmen des EZA-Sonderprojekts für Arbeitnehmerorganisationen in den Ländern des westlichen Balkans und mit der Unterstützung der Europäischen Union organisiert.
Mit der Absicht, ständig nach Antworten zu suchen, die zu einer Befriedung der negativen Auswirkungen der Krise für die Arbeitnehmer und Gewerkschaftsmitglieder in den Bereichen Forstwirtschaft und holzverarbeitende Industrie, Bau und Industrie von Baustoffen führen sollen, haben deren Gewerkschaftsvertreter aus Albanien, Kroatien, Montenegro, Mazedonien, Slowenien und Serbien, zusammen mit der aktiven Beteiligung von BWI-, EFBH- und EZA-Vertretern folgendes beschlossen:

FAZIT
1. Durch eine fehlerhafte Diagnose der Krise durch die herrschenden politischen Eliten in ganz Europa wurden falsche Politik- und Anti-Krisen-Maßnahmen entwickelt. Folglich sind im gesamten Zeitraum ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten zusammen mit Sparmaßnahmen zu erkennen, die ausschließlich Arbeiterschaft und Mittelschicht schaden.
Die Teilnehmer der Konferenz fordern, dass die Politik der Sparmaßnahmen, das Senken oder Einfrieren der Löhne und Renten, sinkender öffentlicher Konsum, die in vielen europäischen Ländern eingeführt wurden oder gerade eingeführt werden, Wirtschafts-, Steuer- und Finanzpolitik Maßnahmen folgen zu lassen, die dabei helfen, dass Arbeitnehmer diese akzeptieren und bereit sind ihre eigenen Lasten leichter zu tragen.
2. Der soziale Dialog ist eine grundlegende Orientierung für alle Gewerkschaften in Europa und Mechanismen des sozialen Dialogs werden von Gewerkschaftsvertretern in der Existenz und Umsetzung der Branchentarifverträge in diesen Sektoren, einem konstanten Erreichen von Konsens und anderen Formen von Abkommen, in denen die Arbeiter ein menschenwürdiges Leben, sichere Arbeitsbedingungen und Achtung der Arbeits- und Gewerkschaftsrechte gesehen.

3. Verhandlungen und Abschlüsse der Arbeiten mit einem Auftragnehmer in der Region sollen die Politik der europäischen Finanzinstitute und Banken beeinflussen um zu verhindern, dass sozial unverantwortliche Arbeitgeber beauftragt werden (Arbeitgeber, die Menschen auf dem schwarzen Markt anheuern, keine Steuern und Abgaben zahlen, usw.) und dagegen heimische Baufirmen zu berücksichtigen, die im vergangenen Jahrzehnt einen Status als Subunternehmer oder keine Arbeit hatten.
4. Durch gemeinsame Aktivitäten (Solidaritätsproteste, Versammlungen, Medienkampagnen ... usw.) gegen die angekündigten Änderungen der Arbeitsgesetze und dem Recht auf Streik kämpfen, die die bestehenden Rechte der Arbeitnehmer weiter schmälern, zusammen mit der Einhaltung von Standards in der europäischen Arbeitsmarkt-Gesetzgebung, so dass die Menschenrechte nicht verletzt werden und die Last der Krise nicht nur auf Arbeitnehmer und Arme abgewälzt wird.
5. Was die genannten Probleme betrifft, verweisen die Gewerkschaften - die Teilnehmer an dieser Konferenz auf ihre Präsenz in der Öffentlichkeit, während sie die Harmonisierung ihrer Politik, Positionen und Forderungen für die Arbeitnehmer in der Region mit dem Ziel angehen, neue Mitglieder, vor allem junge Menschen und Frauen zu gewinnen.
6. Die Gewerkschaft der Arbeitnehmer in Bau und Industrie für Werkstoffe im Bauwesen von Serbien und die autonome Gewerkschaft der Arbeitnehmer in der Forstwirtschaft und holzverarbeitenden Industrie von Serbien fordern die Verabschiedung des Gesetzes über die Kontrolle, insbesondere das Gesetz über die Arbeitsinspektion, um eine moderne, effiziente Einrichtung zu bilden, die die Gewerkschaft als Partner akzeptiert. Vor der Verabschiedung des genannten Gesetze haben die Gewerkschaft der Arbeitnehmer in Bau und Industrie für Werkstoffe im Bauwesen von Serbien und die autonome Gewerkschaft der Arbeiter in der Forstwirtschaft und holzverarbeitenden Industrie von Serbien das Ministerium für Arbeit, Beschäftigung und Sozialpolitik dazu aufgefordert, das Protokoll über die Partnerschaft zwischen den Gewerkschaften und dem Ministerium zu unterzeichnen, so dass die Mitarbeiter in den Genuss der Rechte kommen, die in den internationalen Übereinkommen, Verfassung und Gesetz garantiert sind.
7. Zur Aufrechterhaltung und Umsetzung des Tarifvertrags in der Forstwirtschaft von Kroatien haben Vertreter aller SEE Gewerkschaften in den Bereichen Bau-und Forstwirtschaft ihre Unterstützung für die Forstgewerkschaft in Kroatien und deren Aktivitäten erweitert und verurteilen ungebührliches Verhalten von Vertretern des kroatischen Ministeriums und der Arbeitgeber.
8. Alle Gewerkschaften - die Teilnehmer auf der Konferenz stimmen überein, ihre Zusammenarbeit und Kommunikation, sowie die Aktivitäten auf nationaler Ebene durchzuführen, so dass die Ziele erreicht werden können und die Politik, die sich aus diesen Beschlüssen realisiert, fortgesetzt wird.
9. Die Teilnehmer der Konferenz sprechen der Europäische Union, EZA, ACV-CSC und CNV ihren ausdrücklichen und besonderen Dank aus. Ohne ihre Hilfe und Teilnahme an dieser Konferenz hätte diese nicht stattfinden können.