Sozialen Dialog stärken – Europäische Integration gestalten - Seminar von Eurofedop

Das Seminar war vom Europäischen Verband der Angestellten im öffentlichen Dienst EUROFEDOP mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union und sachkundiger Begleitung durch den ungarischen Gewerkschaftsverband MOSZ organisiert worden. Ziel der Veranstaltung war es, den überwiegend aus der o.a. Region stammenden EUROFEDOP-Mitgliedsorganisationen die Gelegenheit zu einem Austausch einschlägiger Erfahrungen, zu einer Diskussion der entsprechenden Probleme sowie zur Suche nach gemeinsamen Lösungsansätzen zu geben. Das Seminar fand im Rahmen des EZA- Sonderprojektes für Arbeitnehmerorganisationen im westlichen Balkan zum Thema „Sozialen Dialog stärken – Europäische Integration gestalten“ statt. Bei den Teilnehmern handelte es sich um Vertreter von Arbeitnehmerorganisationen aus Österreich, Litauen, der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien, Albanien (eine Gastdelegation), der Slowakei, Rumänien, Serbien, Irland, Kroatien, Belgien und Ungarn.

Die Delegierten waren sich einig, dass auf dem Weg zu einem voll funktionsfähigen System der Unterrichtung und Anhörung zwischen Gewerkschaften und den anderen Partnern des Sozialen Dialogs (Arbeitgeber, Staat) – insbesondere in den Ländern des westlichen Balkans – noch ein weiter Weg zurückzulegen sei.

Für EU-Mitgliedsländer wie Beitrittskandidaten gelte, dass die Regeln des Sozialen Dialog bereits auf Gemeinschaftsebene festgelegt worden seien. Jetzt komme es darauf an, diese Regeln auch in die Tat umzusetzen.

Insbesondere in den Westbalkanländern sei zu beobachten, dass ein funktionsfähiger Sozialer Dialog ausschließlich in der Theorie existiere. Der Staat treffe alle wichtigen Entscheidungen im Alleingang, ohne die Gewerkschaften zu konsultieren. Die Gewerkschaften hätten die gesellschaftlich wichtige Aufgabe, die in internationalen Abkommen wie der Europäischen Sozialcharta festgelegten Arbeitnehmerrechte zu verteidigen und ihre Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Sozialen Dialog zu entwickeln. EUROFEDOP könne hier eine koordinierende Rolle übernehmen. Darüber hinaus hätten die Gewerkschaften die nicht minder wichtige Aufgabe, die Unterstützung ihrer Vertreter in den verschiedenen nationalen Parlamenten und im Europäischen Parlament zu gewährleisten. Vor allem anderen müssten die Gewerkschaften die Ruhe bewahren, den Konflikt mit anderen Gewerkschaften vermeiden, eine Verhandlungsstrategie entwickeln und auf die Bildung der öffentlichen Meinung einwirken.

Die Teilnehmer waren am Ende des Seminars einmütig der Meinung, dass die Veranstaltung ihnen maßgeblich bei ihrem Versuch helfen werde, dauerhafte Strukturen des Sozialen Dialogs in ihren Heimatländern aufzubauen.