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Der soziale Dialog ist für die Länder des Westbalkans der Schlüssel zum sozialen Zusammenhalt

Der soziale Dialog ist der Dreh- und Angelpunkt des sozialen Zusammenhalts in Europa, vor allem im westlichen Balkan, wo es immer notwendiger wird  sicherzustellen, dass eine Lösung für das Problem des Aufbaus einer friedlichen Gesellschaft gefunden wird, der es ermöglicht, die notwendige europäische Integration auf allen Ebenen zu erreichen. Dies waren die Themen des Seminars, das vom 14. bis 16. November 2013 in Dubrovnik, Kroatien, im Rahmen des EZA-Sonderprojekts für Arbeitnehmerverbände des westlichen Balkans stattfand. Titel des Seminars war „Der soziale Dialog ist für die Länder des Westbalkans der Schlüssel zum sozialen Zusammenhalt". Es wurde organisiert vom MCL / EFAL (Movimento Cristiano Lavoratori / Ente Nazionale per la Formazione e l'Addestramento dei Lavoratori) zusammen mit ZD NSi (Združenje Delavcev Nove Slovenije) und HKD Napredak (Hrvatsko Kulturno Društvo Napredak) und wurde von Seiten der EZA und der Europäischen Union unterstützt. Es nahmen etwa 30 Vertreter der Arbeitnehmerverbände teil.

Das Seminar behandelte die Themen einer Europäischen Integration des westlichen Balkans, des sozialen, kulturellen und religiösen Dialogs sowie das Engagement der Zivilgesellschaft, insbesondere der Arbeitnehmer. Im Mittelpunkt der Betrachtung stand die Perspektive einer Europäischen Integration für die gesamte Region des westlichen Balkans.

Während der Debatte wurde eine Analyse über den Status der verschiedenen Länder in ihren Verhandlungen mit der EU über deren Mitgliedschaft vorgenommen. Es wurde die noch zurückzulegende Strecke und die Schwierigkeiten von Bosnien und Herzegowina betrachtet. Die erzielten Fortschritte von Serbien, das im vergangenen September mit dem Start der ersten Phase der Beitrittsverhandlungen begonnen hatte, wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen. Der Weg ist für alle noch lang, denn die Korruption und die Schwäche der demokratischen Institutionen haben immer noch einen hohen Stellenwert.

Die Arbeitnehmer sind tief besorgt über den Zustand des sozialen Dialogs; sie erkennen eine Verschlechterung bei der Qualität von Arbeit und eine Schwäche des Schutzes der Rechte, die in zunehmenden Maße völlig außer acht gelassen werden. Es gibt keine wirkliche Einigung hinsichtlich des sozialen Dialogs und der Zusammenhalt ist noch schwach. Es bestehen immense Klassenunterschiede und die Armut wächst aufgrund des Mangels an einer qualifizierten Berufsausbildung.

Die Rolle der Arbeitnehmerverbände kann wachsen, es bestehen aber nach wie vor starke Differenzen und die Zivilgesellschaft verfügt noch immer nicht über eine starke Rolle bei der sozialen Verantwortung. Das Seminar hat festgestellt, dass die „Reste der dominanten Ideologien des alten Systems" noch immer in der Lage sind, Regierungsformen zu beeinflussen und zu stützen und im Wesentlichen versuchen, den sozialen Dialog zu manipulieren und es vorziehen, Macht mit „einer bestimmten Aufmerksamkeit für die Vergangenheit" und nicht ohne populistische Aktionen auszuüben.

Bildung wird der Dreh- und Angelpunkt für einen Wandel, welcher kein einfaches oder schnelles Verfahren darstellt. In den Gesellschaften des westlichen Balkans kann der interkulturelle und religiöse Dialog nicht vernachlässigt werden: dieses Phänomen war der Ursprung für die Auflösung Jugoslawiens und viele der Gründe für den Krieg. Wir dürfen nicht zulassen, dass der Lauf der Zeit das einzige verbindende Element für den neuen Zusammenhalt darstellt. Es ist die Aufgabe der Arbeitnehmer, die Rechtsstaatlichkeit in Gesellschaft und Arbeit als eine Grundlage für die Gesellschaft wieder herzustellen.

 



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