Die digitale Arbeitswelt

Vom 15. bis 17. Februar 2018 fand in Manchester ein Seminar zum Thema "Die digitale Arbeitswelt" statt, das vom St Antony's Centre (St Antony's Centre for Church and Industry) mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union organisiert wurde. Das Seminar war Teil der EZA-Projektkoordinierung "Digitale Arbeitswelt – technologische Entwicklungen und Veränderungen am Arbeitsplatz".

Die Hauptredner waren, Herbert Metzger, (Vizepräsident, EZA), Kathleen Walker-Shaw, (European Officer GMB Union - Brüsseler Büro); Kevin Flanagan, (Direktor St. Antony's Center und GMB Commercial Services Section President); Dr. Christina Colclough (Direktorin von Platform and Agency Workers, Digitalisierung und Trade UNI Global Union); Mac Urata (Bereichssekretär, Internationale Transportarbeiterföderation); Jelena Soms (EZA-Koordinatorin) und Dr. Simon Joyce (Forschungsstipendiat, Zentrum für Beschäftigungsbeziehungen, Innovation und Wandel, Leeds University Business School) mit 20 Vertretern von Arbeitnehmerorganisationen aus 6 EU-Mitgliedstaaten einschließlich Großbritannien.

Neben dem Seminar nutzten die Delegierten die Gelegenheit, die Robotik-Ausstellung im Museum für Wissenschaft und Industrie zu besichtigen, die die Entwicklung von frühen Automaten und Computern bis hin zu den neuen Robotersystemen und Produkten, die in der Arbeitswelt gefördert werden, zeigte. Zum Beispiel Roboter, die Karrieremöglichkeiten unterstützen oder die soziale Interaktion erhöhen können.

Die Hauptbedenken der Redner und Delegierten waren das Ausmaß der Datenformatierung und des Mining durch große multinationale Organisationen sowie die Kontrollen, die Einzelpersonen in Bezug auf ihre personenbezogenen Daten haben, und die Überwachung ihrer Arbeitstätigkeit. Konkrete Beispiele waren der Einsatz von Sat Nav zur Überwachung von Fahrern, die digitale Verfolgung von Lagermitarbeitern anhand ihrer Pick-Rates und der Anteil an Produkten, die von Mitarbeitern im Supermarkt gescannt wurden.

Der Vortrag von Dr. Christina Colclough über Plattformarbeit zeigte, dass es in der jüngsten Forschung in der EU einen Anstieg der Zahl der in der Plattformarbeit beschäftigten Arbeiter gebe. In einigen Fällen werde die Plattformarbeit jedoch dazu verwendet, andere Arbeiten zu ergänzen und somit mehr Geld zu verdienen. Die Art der Unsicherheit und die Frage nach der Beziehung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern waren ein wichtiger Diskussionspunkt. Ein neuerlicher Fall im Vereinigten Königreich, der von der Gewerkschaft GMB in Bezug auf Uber vorgebracht wurde, beleuchtete die Frage, wann ein Arbeitnehmer als normaler Arbeitnehmer mit normalen vertraglichen Rechten und Produktionen im Rahmen seines Arbeitsvertrags eingestuft werden sollte. Dies spiegelte sich in ihren Berichten von Arbeitnehmerorganisationen wider, die auf der Konferenz vorgestellt wurden.

Der Finanzsektor beispielsweise verzeichnete ein signifikantes Wachstum bei neuen Technologien, mit einer Verringerung der Zahl von High-Street-Banken und einem direkten Zugang zu Finanz- oder Bankberatern. Die Präsentation von Mac Urata von Uniglobal wies auf das Wachstum der global agierenden Plattformagenturen, insbesondere im Transportsektor, und die verstärkte Erforschung der Technologie oder der computerisierten Systeme von Reisenden hin, die größere Tätigkeitsbereiche mit einer letztendlichen Kürzung der Gesamtbeschäftigung einnehmen.

Im Rahmen des Katholischen / Christlichen Sozialen Denkens betonten die Delegierten, dass die Integrität der Arbeit und ihre wahren Ziele als Kern einer guten Arbeit erhalten werden müssen. Die Arbeitnehmer stünden vor zunehmenden Herausforderungen in Bezug auf die Unsicherheit hinsichtlich ihres Beschäftigungsstatus und in einigen Fällen hinsichtlich dessen, für wen sie arbeiten. Die kollektive Natur der Arbeit als "Gemeinschaft von Personen" wurde auch mit dem Wachstum der angenommenen Arbeit oder Plattformarbeit in Frage gestellt, weshalb die Frage, ob Arbeit eine breitere Rolle im Gemeinwohl für die Gesellschaft spielen kann, eine weitere Überlegung erfordert.

Wichtigste Schlussfolgerungen des Seminars

  1. Welchen Zugang haben die Gewerkschaften zu den gesammelten Informationen, die sie für Tarifverhandlungen benötigen, bezüglich der Kontrolle und Rechenschaftspflicht der von den Arbeitgebern genutzten Technologie?
  2. Die Herausforderung des verstärkten Teilens und Sammelns von personenbezogenen Daten und ihres entsprechenden Wertes in Bezug auf Marketing, Forschung, Produktförderung und in den Bereichen Gesundheit und Privatsphäre. Jüngste Arbeiten und ein Bericht von Uniglobal, in dem 10 Grundsätze für Daten dargelegt werden, waren in dieser Hinsicht wichtig.
  3. Die Weiterentwicklung von Informationsnetzwerken, der Austausch bewährter Praktiken und Beispiele, bei denen Arbeitnehmerorganisationen erfolgreich unangemessene Technologien herausfordern oder die Arbeitsprozesse "humanisieren", wurden als besonders wichtig und eine Schlüsselrolle für EZA und seine Partner- / Mitgliedsorganisationen angesehen.

Zukünftige Arbeit

Die Delegierten prüften, ob die in der Europäischen Union angenommene Sozialpolitik die Stärkung der Arbeitnehmerrechte; das Vereinigungsrecht und die Rolle der Gewerkschaften in Bezug auf den Schutz personenbezogener Daten in Betracht ziehen sollte. All dies sind Themen, die EZA und seine Partner aufgrund der gelebten Erfahrung der Arbeitnehmer in der EU weiter erforschen und entwickeln können.

 

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