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Welt der digitalen Arbeit – Industrie 4.0

Vorm 10. bis 12. Oktober 2018 fand in Mailand, Italien, ein Seminar zum Thema „Welt der digitalen Arbeit – Industrie 4.0“ statt, organisiert von FLC (Fondazione Luigi Clerici), mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union.

Ziel des Seminars war, die Digitalisierung der Arbeitswelt zu analysieren und dabei hervorzuheben, wie wichtig es ist, einerseits den Übergang zu einer qualifizierten und bedarfsgerechten Beschäftigung zu fördern und andererseits die Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitnehmer/innen und die Entlohnung anzugehen. Um das Thema Industrie 4.0 als Mehrwert für den sozialen Dialog aufzugreifen, haben Referenten/innen aus verschiedenen Bereichen und Ländern das Thema aus Sicht der beruflichen Bildung und der Unternehmen behandelt. Es ist von entscheidender Bedeutung zu verstehen, wie beispielsweise die pädagogische Rolle von Schulen und Universitäten gestärkt, die Erfahrungen mit der Veränderung von Schule und Beruf verbessert und die Vorbereitung der Studenten/innen auf die Fähigkeiten, die für die Industrie 4.0 unerlässlich sind, ausgerichtet werden können. Auch die Notwendigkeit, die aktiven Arbeitskräfte weiterzubilden, um mittlere oder niedrige Qualifikationen zu steigern und die IT-Lücken bei einem Großteil der Arbeitnehmer/innen zu schließen, wurde hervorgehoben.

Das Seminar wurde von Dr. Paolo Cesana (Direktor der Luigi Clerici-Stiftung/FLC) und Piergiorgio Sciacqua (Co-Vorsitzender von EZA) eröffnet. Piergiorgio Sciacqua führte die Teilnehmer/innen global in das Thema ein, während Dr. Paolo Cesana erläuterte, wie die FLC mit dem Thema umzugehen gedenkt. Während dieser Einführung wurden auch die Erwartungen der Teilnehmer/innen aufgegriffen.

Digitalisierung und Technologien spielen eine wichtige Rolle für den Fortschritt und in Automatisierungsprozessen. Sie können sicherlich als Chance angesehen werden, denn in diesem historischen Moment sind sie tiefgreifend, aber sie müssen mit kritischer Aufmerksamkeit beobachtet werden. Zudem ist es wichtig, an die grundlegende Rolle zu erinnern, die die Bildungs-, Berufsbildungs- und Beschäftigungspolitik in diesem Bereich spielt, da sie für die persönliche Entwicklung und Befähigung von zentraler Bedeutung ist, nicht nur für fachliche Fähigkeiten, sondern auch für soziale, kreative, emotionale und Führungsqualitäten, damit der Mensch die Technologie-Entwicklung meistern kann.

Diese Aspekte sind sehr wichtig, insbesondere im Hinblick auf die Jugendphase, in der es darum geht, Neigungen der Heranwachsenden so zu entfalten, dass die Integration in die Arbeitswelt erfolgreich verläuft. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Universität, Wirtschaft und Gewerkschaften ist notwendig, da alle diese Akteure/innen eine wichtige Rolle bei Ausbildung und Beschäftigung junger Menschen spielen.

Das Thema „INDUSTRIE 4.0: Mehrwert für den sozialen Dialog" wurde mit Vorträgen zu folgenden Aspekten aufgegriffen:

  • Industrie 4.0: Regionalpolitik im Bereich Bildung und Arbeit
  • Bildung und industrielle Innovation
  • Analyse des internationalen Szenarios und der Zukunftsperspektiven
  • Die Rolle der Technologiemarken in Industrialisierungsprozessen
  • Veränderungen in der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter
  • Neue Geschäftsmodelle in der digitalen Wirtschaft

Ein Runder Tisch zum verschiedenen Stand der Digitalisierung in der Arbeitswelt beleuchtete rumänische, portugiesische, serbische, spanische, deutsche und litauische Erfahrungen.

Zum Abschluss des Seminars wurden folgende Fragen und Aspekte für die weitere Beschäftigung mit dem Thema erörtert:

-Gibt es noch Arbeit für alle? Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? Wie können wir die Gesellschaft so verändern, dass ihre Mitglieder besser an der Gestaltung dieser Veränderungen teilnehmen können?

-Bildung ist in dieser Zeit des Wandels sehr wichtig. Sowohl die grundlegende Ausbildung als auch die Fort- und Weiterbildung müssen an die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden, damit diese eine adäquate Qualifizierung erhalten, um der Digitalisierung der neuen Technologien gewachsen zu sein.

-Zukünftig müssen viele neue Qualifikationen vermittelt werden. Soziale Intelligenz wird wichtig werden: die Fähigkeit, sich mit anderen auseinanderzusetzen, adaptives Denken, um kontinuierlich Lösungen zu finden, interkulturelle Kompetenz, die Fähigkeit, in virtuellen Umgebungen zu arbeiten und kognitive Belastungen zu bewältigen.

-In der Debatte, wurde die Bedeutung von beruflichen Erfahrungen und der Ausbau von fachlichen und beruflichen Fähigkeiten und Soft Skills hervorgehoben. Junge Menschen, die sich auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereiten, wurden ermutigt, alle Erfahrungsmöglichkeiten in den Unternehmen zu nutzen, da sie nicht nur für die persönliche Entwicklung, sondern auch für die künftige Arbeit wichtig sind. Auch die Notwendigkeit von Kenntnissen in mehreren Sprachen wurde hervorgehoben.

-Die Gesellschaft befindet sich derzeit in einer komplexen Situation, da es schwierig ist, die zukünftige Entwicklung vorherzusagen. Wir befinden uns inmitten großer Veränderungen, die nicht nur die Arbeitswelt, sondern das gesamte soziale Gefüge in Frage stellen. Die soziale Marktwirtschaft ist ein System, das auf Integration und nicht auf Abschottung, auf Dialog und nicht auf Monolog basieren sollte; sie muss Wohlstand für alle und nicht nur für einige bringen.

Die Digitalisierung hat zudem zu mehr Wettbewerb und einem globalen, überregionalen Markt geführt. Dieser Wettbewerb, von dem sich niemand befreien kann, übt großen Druck auf das Lohnsystem und das Sozialversicherungssystem aus. Der Soziale Dialog hat die Aufgabe, diese Probleme zu lösen.

 



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