Zugang junger Menschen zum Arbeitsmarkt

Vom 21. bis 24. September 2018 fand in Baile Felix/Rumänien ein Seminar zum Thema „Zugang junger Menschen zum Arbeitsmarkt" statt, organisiert von CSDR/Departamentul Educare - Formare al CSDR (Confederaţia Sindicatelor Democratice din România/Departamentul Educare - Formare al Confederaţiei Sindicatelor Democratice din România), mit der Unterstützung von EZA und der Europäischen Union.

Der wichtigste Aspekt des Seminars war die einstimmige Zustimmung zur Entwicklung und Umsetzung mehrerer Projekte zur Unterstützung der Eingliederung junger Menschen in den Arbeitsmarkt.

Die Eingliederung der jungen Menschen in den Arbeitsmarkt ist eng mit der arbeitsmarktgerechten Ausbildung, der beruflichen Orientierung, dem Angebot attraktiver und gut bezahlter Arbeitsplätze und der Weiterbildung am Arbeitsplatz verbunden.

Wie CSDR zum Abschluss des letztjährigen Seminars feststellte, ist die Situation der jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin aktuell. Die Zukunft Europas kann nicht ohne die Einbeziehung der Jugend, die die zukünftigen Nutznießer sind, gestaltet werden.

Viele der derzeitigen Arbeitsplätze werden nicht existieren, wenn die Kinder, die nun mit der Schule beginnen, Erwachsene sein werden. Andere Arbeitsplätze werden entstehen, die Digitalisierung wird Auswirkungen haben, die nicht unbedingt positiv sind, die Schulen verändern sich kontinuierlich und sind gezwungen, sich verschiedenen Herausforderungen zu stellen, und in diesem Prozess sind die jungen Menschen am meisten betroffen.

Die Digitalisierung der Wirtschaft, der Dienstleistungen, der Informationen und des gesellschaftlichen Lebens im Allgemeinen bringt bereits jetzt viele Veränderungen in unserem Leben mit sich, und wir stehen erst am Anfang dieses Prozesses. Die Vorteile der Digitalisierung sind wichtig und manchmal sogar unerlässlich, wie z. B. in der Medizin, bei Sondermaschinen, im Luftverkehr, bei der Automobilherstellung, in der Forschung usw. Die Roboter bieten den Vorteil, nicht zu ermüden und präzise in menschenfeindlichen Umgebungen arbeiten zu können. Ich glaube, dass bei all dem der Fehler eines Roboters katastrophale Folgen haben kann. Die Sicherheit beim Einsatz der künstlichen Intelligenz muss für alle Entscheidungsträger auf Länderebene, aber auch auf EU-Ebene zum zentralen Anliegen werden. Die erteilte Einwilligung zur Verwendung der personenbezogenen Daten ist eine Formalität, die niemanden vor Manipulationen, gefälschten Nachrichten und verzerrten Informationen in sozialen Medien schützen kann. Die jungen Menschen sind diejenigen, die die digitalen Technologien am intensivsten nutzen, sie sind im Grunde genommen von ihnen abhängig. Die Informationen werden am häufigsten durch den Einsatz der Suchmaschinen im Internet gewonnen. Wenn es an Sicherheit im Hinblick auf den Informationsfluss mangelt, besteht die Gefahr dieser Praxis darin, dass man am Ende eine falsche Sichtweise auf die Wahrheit und die Wahrnehmung der gesuchten Antworten erhält. Darüber hinaus könnte die Leichtigkeit, bestimmte Informationen über eine Google-Suche zu erhalten, die Denkfähigkeit, die logische Analyse, das tiefgehende Verständnis der Vorgänge oder des Problems beeinträchtigen. Der Mangel an Übung im Einsatz des Gehirns kann den Menschen nur von einer denkenden, logischen Person in eine Person verwandeln, die in der Routine und in Automatismen gefangen ist. Die Nationalstaaten und die Europäische Union müssen sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Entstehung neuer Berufe und neuartiger Arbeitsverhältnisse befassen. Die Kinder, die gerade erst mit der Schule beginnen, werden am Ende einen Arbeitsmarkt vorfinden, auf dem Berufe verschwunden sind und neue ihren Platz einnehmen.

Das Arbeitsrecht muss entsprechend dem Eintritt junger Menschen in das Arbeitsleben aktualisiert werden. Das war ein Ergebnis, zu dem sich alle Teilnehmer bekennen. Die Arbeitgeber müssen gesetzlich gezwungen werden, das Erfordernis der Einstellung aufgrund von Berufserfahrung durch das Erfordernis der Sicherstellung der Ausbildung von jungen Menschen an ihrem Arbeitsplatz zu ersetzen. In Rumänien beginnen die jungen Menschen ihre berufliche Laufbahn mit Gehältern, die nicht motivierend genug sind, wobei das einzige Argument der Mangel an Erfahrung ist. Wir akzeptieren, dass einem jungen Menschen zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn das Wissen und die Fähigkeiten eines erfahrenen Arbeitnehmers fehlen, aber der junge Mensch verfügt über Begeisterung, Kreativität und Tatkraft. All dies sind Stärken, die den jungen Menschen in einen Mehrwert für den Arbeitgeber verwandeln können, sofern er über die Möglichkeit verfügt, eine Eingliederungs-/Einarbeitungsphase am Arbeitsplatz zu absolvieren. Deshalb muss das Arbeitsrecht für den gleichen Arbeitsplatz unabhängig vom Alter die gleiche Vergütung bieten. Und nicht zuletzt haben die jungen Menschen besondere Bedürfnisse. Sie stehen am Anfang der beruflichen Laufbahn und des Familienlebens. Ohne Unterstützung sind sie gefährdet und werden sogar durch die soziale Ausgrenzung benachteiligt. Wir sind der Auffassung, dass das Arbeitsrecht ihnen bestimmte vertragliche Möglichkeiten bieten muss: wesentliche Boni bei der Einstellung, bei der Gründung einer Familie oder beim Kauf eines Hauses. Diese Zuschüsse werden durch die vom Begünstigten geleistete Arbeit rasch wieder zurückerlangt und die Arbeitsbeziehungen und die Umgebung werden entspannt. Den jungen Menschen muss dabei geholfen werden, die Sorgen um ihre Existenz zu überwinden und sich auf eine berufliche Laufbahn und ein verantwortungsvolles Familienleben zu konzentrieren. Nachdem wir die Arbeitslosenquote der jungen Menschen, ihre gemeinsame Zukunft in Europa analysiert haben, fragen wir uns: Sind sie eine gefährdete soziale Kategorie?

Die Präsentationen konzentrierten sich auf die Themen des Seminars und jede einzelne war eine nützliche Lektion über bewährte Vorgehensweisen, Themen, mit denen sich die Teilnehmerländer beschäftigten, und ihre Lösungen.

Während der Diskussionen wurden die folgenden Themen behandelt:

  1. Das Jugendgarantieprojekt der Europäischen Kommission wird in allen Teilnehmerländern implementiert;
  2. Andere nationale Programme, die die jungen Menschen unterstützen, sind verfügbar;
  3. Es besteht eine Diskrepanz zwischen qualifizierten und unqualifizierten Arbeitskräften;
  4. Die Migration von Arbeitskräften, jungen Hochschulabsolventen, verstärkt sich kontinuierlich und verursacht erhebliche Schäden in den Ländern, die diese Arbeitskräfte verlieren;
  5. Die duale Ausbildung ist ein sehr wichtiger Schritt in der Ausbildung und Entwicklung junger Menschen für ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt;
  6. Die Ausbildung ist nicht gänzlich an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst;
  7. Nicht alle jungen Menschen sind gut vorbereitet, qualifiziert, um leicht einen Arbeitsplatz zu finden;
  8. Nicht alle jungen Menschen wollen einen Arbeitsplatz haben;
  9. Die Arbeitsgesetzgebung ist für die jungen Menschen nicht befriedigend genug, fehlende Berufserfahrung stellt für sie ein Hindernis bei der Arbeitssuche dar;
  10. Studien, die die Arbeitsplätze der Zukunft untersuchen, die die derzeitigen ersetzen werden, sind nicht verfügbar.

Die oben dargestellten 10 Punkte stellen die Seminarbeschlüsse dar.

Die Hauptfrage, die von den meisten Teilnehmern gestellt wird, ist, in welchem Umfang die jungen Menschen an der Entscheidungsfindung über die sie betreffenden Themen beteiligt sind.

Die Mehrheit antwortete darauf: in sehr geringem Umfang.

Alle Teilnehmer bewiesen während der Dauer des Seminars Engagement und Bereitschaft für einen konstruktiven Dialog, wobei die vertretenen Meinungen gut begründet waren. Die Teilnehmer zeigten ein großes Interesse am Thema des Seminars und wir konnten voneinander lernen.

EZA-Bildungsprogramm 2019

Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze: Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“

Deutscher Betriebsrätetag 2019 in Bonn