Auswirkungen technologischer Innovationen auf die Arbeitswelt und Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Arbeitsgesellschaft des 21. Jahrhunderts

Vom 20. bis 22. Oktober 2017 fand in Madrid eine Arbeitsgruppe zum Thema „Auswirkungen technologischer Innovationen auf die Arbeitswelt und Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Arbeitsgesellschaft des 21. Jahrhunderts“ statt, die von CEAT (Centro Español para Asuntos de los Trabajadores) mit Unterstützung von EZA und der Europäischen Union organisiert wurde. Die Arbeitsgruppe war Teil der Projektreihe zum Thema „Digitale Arbeitswelt – technologische Entwicklungen und Veränderungen am Arbeitsplatz“.

Das Hauptziel der Arbeitsgruppe bestand darin, die positiven und negativen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsplätze von heute zu analysieren.

RAHMENVORTRAG

REFERENTIN: Dr. MARTA ENCINAS, OECD-Direktorin. In ihrem Vortrag wies Dr. Encinas darauf hin, dass die Einteilung der Beschäftigungsstrukturen in hoch qualifizierte und wenig qualifizierte Stellen sowie in typische unbefristete Beschäftigungsformen und verschiedene atypische Beschäftigungsformen zu einer stärkeren Polarisierung der Lohnstrukturen führen kann, das heißt, dass es künftig noch mehr sehr gut bezahlte sowie sehr schlecht bezahlte Stellen geben wird. In einigen Ländern hat die sinkende Nachfrage nach Arbeitnehmern mit mittleren Qualifikationen den Wettbewerb um Stellen mit niedrigeren Einkommen verstärkt, so dass die Löhne in der unteren Einkommenshälfte niedrig blieben. Zugleich stiegen die Einkommen in der oberen Einkommenshälfte aufgrund der hohen Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitnehmern an. Diese Entwicklungen könnten das Risiko einer Armut trotz Arbeit steigern und weiterhin für niedrige Arbeitseinkommen sorgen.

Auch die Veränderungen hin zu kostenintensiven Produktionsweisen können den Anteil der Arbeit innerhalb des BIP weiter verringern und zu stärkerer Ungleichheit führen. Die Veränderungen in der Beschäftigungsstruktur begünstigen zudem regionale Ungleichheiten, denn in Städten mit einer hohen Konzentration an hochqualifizierten Arbeitnehmern entstehen neue Arbeitsplätze, während andere Städte mit Abwanderung oder Arbeitsplatzverlusten zu kämpfen haben.

Aufgrund der Sitzungen und Termine der Referenten Ismael Sanz Labrador und Teresa Coelho wird die Reihenfolge ihrer Vorträge geändert. Es folgt der Vortrag von:

Dr. TERESA COELHO, Leiterin der Abteilung Institutional Relations bei AMAZON España. Dr. Coelho stellte die Leitlinien und Managementverfahren des Unternehmens Amazon innerhalb des Systems der Globalisierung dar. Sie bezog sich dabei auf die Bewerberauswahl bei Amazon und erklärte, dass die Auswahl anhand einiger vom Unternehmen festgelegter Kriterien durchgeführt wird, die flexibel angewandt werden. Es war ein sehr interessanter Vortrag mit einer sehr aktuellen Sichtweise, welche die neusten Entwicklungen dank neuer Technologien im Unternehmen beleuchtete.

Dr. ISMAEL SANZ LABRADOR, Generaldirektor für Innovation und Bewertung der Region Comunidad de Madrid. Dr. Sanz Labrador sprach über die Bildungssituation junger Spanier zwischen 16 und 26 Jahren und den Zusammenhang zwischen Ausbildung und Arbeit in Bezug auf den Vormarsch der Digitalisierung an zukünftigen Arbeitsplätzen. Ohne eine entsprechende Ausbildung im Umgang mit den neuen Technologien und Sprachen werden die jungen Leute Schwierigkeiten haben, einen qualifizierten Arbeitsplatz zu finden. Der Referent analysierte die Situation der praktischen Ausbildung in Unternehmen dahingehend, dass ein Gleichgewicht zwischen Ausbildung und Arbeit hergestellt werden muss.

VORTRÄGE DER GEWERKSCHAFTEN

Es gab zwei Arbeitsgruppen. Eine in der letzten Sitzung am Freitagnachmittag und eine weitere in der ersten Sitzung am Samstagmorgen.

JOSE LUIS FERNANDEZ SANTILLANA vom Gewerkschaftsbund Unión Sindical Obrera (USO) Spanien, SILVIU TRAIAN ISPAS von IFES Rumänien, JELENA SOMS, Vize-Präsident der LDF Litauen und FERNANDO MOURA von FIDESTRA Portugal. Sie erklärten sehr anschaulich, wie die Digitalisierung für die Weiterbildung der Arbeitnehmer in Unternehmen genutzt werden kann. Außerdem analysierten sie die Folgen der Digitalisierung und neuen Technologien in Bezug auf die Verringerung und Veränderung von Arbeitsplätzen.

VORTRÄGE ZUR UNTERSTÜTZUNG VON JUNGEN LEUTEN

Dr. ALVARO DE LA TORRE GIL, Professor der Universität Francisco Vitoria. Aus der Sicht eines Ausbilders von jungen Leuten empfahl er Studierenden, sich, sobald sie ihr Studium abgeschlossen haben, in folgenden Bereichen lebenslang weiterzubilden, um ihre Beschäftigungsaussichten zu verbessern: digitale Technik, Teamarbeit, Fremdsprachen, Gestaltung von Präsentationen etc.

Dr. JAVIER MORILLAS GÓMEZ, Professor für Angewandte Wirtschaftswissenschaften an der Universität San Pablo CEU. Dr. Morillas Gómez stellte einige junge Mitarbeiter des CEAT vor, die kurz vor dem Abschluss ihres Universitätsstudiengangs oder der höheren Berufsausbildung stehen. Sie erklärten, warum sie ihren jeweiligen Studiengang gewählt haben und die Schwierigkeiten, die aufgrund der Globalisierung und der Digitalisierung bei der Suche nach einem angemessenen Arbeitsplatz in ihrem Bereich auf sie zukommen werden.  Prof. Morilla ermutigte sie, sich weiterzubilden, da die akademischen Studiengänge nur eine Grundlage seien, um die eigene Karriere in Angriff zu nehmen.

 

 

EZA-Bildungsprogramm 2019

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Deutscher Betriebsrätetag 2019 in Bonn