EZA-Beiträge zum sozialen Dialog 32 erschienen: Grüne Arbeitsplätze

Umweltverträglich zu wirtschaften, ist angesichts der zu erwartenden dramatischen Tragweite des Klimawandels und der absoluten Notwendigkeit, die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, zu einem stetigen Gebot geworden. Dieser Grundsatz ist in vielen Staaten Europas und auch in der Politik der Europäischen Kommission verankert und zu einem dauerhaften politischen Prozess geworden. EZA als Netzwerk von Arbeitnehmerorganisationen, die auf der Basis der christlichen Soziallehre agieren, ist dies vor allem aus ethischer Perspektive ein besonderes Anliegen: „Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen für alle“, so Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato Si.

In der EU findet dieses Ziel unter anderem Niederschlag in der „Strategie Europa 2020“, mit der intelligentes, nachhaltiges und inklusives Wachstum als Mittel zur Überwindung struktureller Schwächen der europäischen Wirtschaft, zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität und zur Stärkung einer nachhaltigen sozialen Marktwirtschaft erreicht werden soll. Auch andere Initiativen der EU verfolgen klima- und energiepolitische Ziele, so zum Beispiel der Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen CO2-armen Wirtschaft bis 2050 oder der Energiefahrplan 2050. Ausdrücklich wird auf den Zusammenhang der Verfolgung politischer Ansätze im Hinblick auf den Klimawandel Bezug genommen, indem konkrete Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zur Erhöhung des Energieanteils aus erneuerbaren Quellen und zur Steigerung der Energieeffizienz formuliert werden.

Es ist klar, dass gewaltige Veränderungen, die in bedeutender Weise Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt haben werden, vonnöten sind, um diese ehrgeizigen Ziele der EU zu erreichen.

Dazu zählt der Umbau stark umweltbeanspruchender Industriezweige ebenso wie die Einführung und Weiterentwicklung umweltschonender und energieeffizienter Technologien in vielen Wirtschafts- und Lebensbereichen. Damit entstehen wiederum neue Wirtschaftsfelder zur Herstellung, zur Nutzung und zum Unterhalt innovativer Techniken.

Selbstverständlich haben solche Veränderungen auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt: neue Beschäftigung kann entstehen und beruflicher Qualifizierungsbedarf kann sich verändern. Solch wirtschaftliche Umgestaltungsprozesse werden aber auch Rationalisierungseffekte nach sich ziehen und zu Arbeitsplatzverlusten oder zu Strukturveränderungen führen.

All diese Fragen erfordern das Handeln von Arbeitnehmerorganisationen und ihre Befassung im sozialen Dialog. EZA hat dazu unter der Überschrift „Grüne Arbeitsplätze“ erneut eine Reihe von Seminaren durchgeführt, die sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten umweltgerechten Handelns und den entsprechenden Herausforderungen für Arbeitnehmerorganisationen auseinandergesetzt haben.

Die vorliegende Broschüre trägt die Ergebnisse dieser Bildungsveranstaltungen zusammen und möchte – vor allem aus der Erfahrungswelt von Arbeitnehmerorganisationen – die Bandbreite aufzeigen, die dieses Thema im sozialen Dialog aufweist und entsprechende Handlungsempfehlungen geben.

Mit dieser Veröffentlichung möchten wir diese Erkenntnisse vor allem an weitere Vertreter/innen von Arbeitnehmerorganisationen sowie Politik weitergeben und einen Beitrag dazu leisten, dass Europa seiner Verantwortung mit Blick auf den globalen Klimawandel als auch seiner wirtschaftspolitischen und sozialen Verantwortung auf dem Arbeitsmarkt gerecht wird.

Die Broschüre ist auf Deutsch und Englisch erschienen. Autorin ist Marta Jędrych.

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EZA-Bildungsprogramm 2019

Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze: Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“

EZA-Sonderprojekt für Arbeitnehmerorganisationen im westlichen Balkan