Homepage > Aktuell > News-Archiv > Sommerdepression – Europäer haben Angst um Jobs
Einer von drei Europäern zeigt sich „sehr besorgt“ über den Verlust des Arbeitsplatzes, und noch mehr befürchten, Ehegatten oder Kinder könnten in den kommenden Monaten ihre Arbeit verlieren. Am größten ist die Angst um den eigenen Job in Spanien (65 %) und Litauen (63 %). Am optimistischsten sind die Schweden und die Dänen (jeweils 7 %).
Diese Ergebnisse einer im Juni durchgeführten Umfrage im Auftrag der EU sind keine Überraschung. Europa kämpft mit der schlimmsten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs, und die Wirtschaft wird wahrscheinlich in diesem Jahr um 4 % schrumpfen. Geldpolitische und steuerliche Anreize werden voraussichtlich 2010 greifen – doch bis dahin wird die Wirtschaft ungefähr 8,5 Millionen Arbeitsplätze abgebaut haben.
„Verständlicherweise fürchten die Europäer die Auswirkungen der Krise auf ihre Arbeitsplätze und ihre Familien“, sagte Beschäftigungskommissar Vladimír Špidla. „Deshalb haben wir seit dem Beginn der Krise auf europäischer Ebene Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation zu beschränken.“
Er erwähnte den Vorschlag der Kommission für ein System von Mikrokrediten – kleinen Anleihen für Menschen, die ein eigenes Unternehmen gründen oder bereits existierende Unternehmen erweitern wollen.
Die Kommission möchte außerdem mehr Finanzmittel unmittelbar freigeben, um berufliche Weiterbildung zu finanzieren und einen für die Anpassung von Arbeitnehmern an die Globalisierung bestimmten Fonds aufzustocken.
Auf die Frage, was sie von solchen politischen Maßnahmen halten, antworteten sieben von zehn Europäern, sie würden positive Auswirkungen erkennen. Ein Drittel der Befragten befürwortet mehr EU-Finanzmittel für die Schaffung von Arbeitsplätzen.
Im vergangenen Jahr haben mindestens vier Millionen Menschen ihre Arbeit verloren, wobei die Jugendarbeitslosigkeit besonders stark anstieg. Das statistische Amt der EU berichtet, dass die Arbeitslosigkeit von Europäern unter 25 in den ersten drei Monaten des Jahres bei 18 % lag – das ist mehr als das Doppelte der 8,3 % Arbeitslosigkeit insgesamt.
EZA befürchtet insbesondere, dass die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, sich auch auf den Gesundheitszustand der Arbeitnehmer in Europa auswirken wird und verweist darauf, dass das Thema „Gesundheit am Arbeitsplatz“ somit für Gewerkschaften und Arbeitnehmerorganisationen von großer Bedeutung ist.
Die Umfrageergebnisse im einzelnen finden sich unter http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_en.htm (englische Startseite) und http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_fr.htm (französische Startseite)
Detailinformationen zur Jugendarbeitslosigkeit finden sich unter: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=STAT/09/109&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en (Deutsch)
http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=STAT/09/109&format=HTML&aged=0&language=FR&guiLanguage=en (Französisch)